Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition

Waffenrechtsneuregelungsgesetz (WaffRNeuRegG) vom 11.10.2002 (BGBl I S. 3970 ff)

Allgemeiner Hinweis:
Die Beweislast dafür, dass ein bestimmtes Behältnis einer festgelegten Sicherheitsstufe oder einem bestimmten Widerstandsgrad (DIN/EN bzw. VDMA) entspricht, trägt der Waffenbesitzer!

Als Mindeststandard für die Aufbewahrung von erlaubnisfreien Gegenständen, die den Waffenbegriff des Gesetzes erfüllen (z.B. Luftdruckwaffen, Hieb- und Stoßwaffen, geprüfte Verteidigungssprays, Gas- und Alarmwaffen usw.) ist ein festes abgeschlossenes Behältnis anzusehen.

Entspricht die bisherige Aufbewahrung von Waffen und Munition nicht den in diesem Gesetz oder in einer Rechtsverordnung festgelegten Anforderungen, so hat der Besitzer bis zum 30.08.2003 die ergänzenden Vorkehrungen zur Gewährleistung einer diesen Anforderungen entsprechenden Aufbewahrung vorzunehmen und dies der Behörde innerhalb der Frist anzuzeigen und nachzuweisen.

  1. Kurzwaffen
    1. Aufbewahrung von bis zu 5 Kurzwaffen
      Für die Aufbewahrung von bis zu fünf Kurzwaffen ist ein Sicherheitsbehältnis erforderlich, das mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 (Stand: Mai 1997) oder einer Norm mit gleichem Sicherheitsstandard eines anderen EWR-Mitgliedstaates oder der Sicherheitsstufe B nach VDMA 24992 (Stand: Mai 1995) entspricht.
    2. Aufbewahrung von mehr als 5 Kurtwaffen
      In diesem Fall stehen Ihnen zwei Möglichkeiten der Aufbewahrung offen:
      • Aufbewahrung in einem Behältnis, das mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 1 oder einer Norm mit gleichem Sicherheitsstandard eines anderen EWR-Mitgliedsstaates entspricht.
      • Aufbewahrung in einer entsprechenden Mehrzahl von Behältnissen mit den in A) 1. beschriebenen Sicherheitsstandards (z.B. 10 Kurzwaffen in 2 Behältnissen nach A) 1., 15 Kurzwaffen in 3 Behältnissen nach A) 1. usw.)
  2. Langwaffen
    1. Aufbewahrung von bis zu 10 Langwaffen
      Hierfür ist ein Behältnis der Sicherheitsstufe A nach VDMA 24992 erforderlich.
    2. Aufbewahrung von mehr als 10 Langwaffen
      Hier besteht wieder ein Wahlrecht:
      • Aufbewahrung in einem Behältnis, das mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 oder einer Norm mit gleichem Sicherheitsstandard eines anderen EWR-Mitgliedstaates oder der Sicherheitsstufe B nach VDMA 24992 entspricht.
      • Aufbewahrung in einer entsprechenden Mehrzahl von Behältnissen mit den in B) 1. beschriebenen Sicherheitsstandards (z.B. 20 Langwaffen in 2 Behältnissen nach B) 1. usw.)
  3. Munition
    Munition, deren Erwerb nicht von der Erlaubnispflicht freigestellt ist, muss in einem Stahlblechschrank ohne Klassifizierung mit Stangenriegelschloss oder einem gleichwertigen Behältnis aufbewahrt werden.
  4. Gemeinsame Aufbewahrung von Waffen/Munition
    • Werden Langwaffen in einem Behältnis der Sicherheitsstufe A nach VDMA 24992 (Stand: Mai 1995) aufbewahrt, so können zusätzlich bis zu 5 Kurzwaffen und die Munition für die Lang- und Kurzwaffen darin untergebracht werden, wenn diese in einem Innenfach verwahrt werden, das den Sicherheitsanforderungen der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 oder einer Norm mit gleichem Sicherheitsstandard eines anderen EWR-Mitgliedstaates oder der Sicherheitsstufe B nach VDMA 24992 entspricht; in diesem Fall dürfen die Kurzwaffen und die Munition im Innenfach zusammen aufbewahrt werden.
    • Werden Waffen in einem Behältnis der Sicherheitsstufe B nach VDMA 24992 (Stand: Mai 1995) aufbewahrt, so ist es für die Aufbewahrung der Munition ausreichend, wenn sie in einem festen verschlossenen Behältnis erfolgt.
  5. Gleichwertige Aufbewahrung
    Die Behörden können eine andere Aufbewahrung von Waffen zulassen, sofern sie den oben genannten Sicherheitsstandards gleichwertig ist.
    Insbesondere kann von Behältnissen abgesehen werden, wenn die Waffen und die Munition in einem Waffenraum mit der Ausstattung nach DIN/EN 1143, der in Massivbauart, aus vorgefertigten Bauteilen oder aus einer Kombination dieser Elemente gebaut und fensterlos ist.
  6. Aufbewahrung in nicht dauernd bewohntem Gebäude
    Nicht dauern bewohnt sind Gebäude, in denen nur vorübergehend und unregelmäßig Nutzungsberechtigte verweilen (z.B. Wochenend- und Ferienhäuser, Fischerhütten, Jagdhütten).
    Ein bewohntes Gebäude behält diese Eigenschaft auch dann bei, wenn sich der Nutzungsberechtigte im Rahmen des Üblichen zeitweise dort nicht aufhält (z.B. Abwesenheit wegen Alltagsgeschäften, Besuchen, kurzen Krankenhausaufenthalten, normalem Urlaub).
    In einem nicht dauernd bewohnten Gebäude dürfen bis zu 3 Einzellader-Langwaffen aufbewahrt werden, wenn dies in einem mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 1 entsprechenden Behältnis erfolgt.
  7. Aufbewahrung in Schützenheimen, auf Schießstätten, im gewerblichen Bereich
    Die Aufbewahrung von Waffen in den oben genannten Bereichen muss mindestens den Anforderungen für den privaten Bereich entsprechen. Die Beteiligung kriminalpolizeilicher Beratungsstellen ist in diesen Fällen notwendig.

Hinweis:

  • Die obigen Ausführungen stützen sich auf § 36 WaffRNeuRegG und berücksichtigen die mangels Vorliegen gesetzlicher Ausführungsbestimmungen zur Problematik der Aufbewahrung ergangenen Leitlinien des Bundesministeriums des Innern und des Bayer. Innenministeriums.
  • Nach § 36 Abs. 5 WaffRNeuRegG kann das Bundesministerium des Innern durch Rechtsverordnung strengere, weitergehendere bzw. zusätzliche Anforderungen an die Aufbewahrung festlegen.
  • Vor der Anschaffung von Sicherheitsbehältnissen sollten Sie sich deshalb immer erst bei der zuständigen Behörde über den neuesten Stand der einschlägigen Bestimmungen informieren.