Hirschzell

Das Wappen ist gespalten; der vordere Teil des Wappens, ein mit drei goldenen Kugeln besetzter Schrägbalken, ist das Zeichen der Benzenauer, die ja einige Zeit die Herren von Hirschzell waren, der hintere Teil, ein grün belaubter Baum auf grünem Schildfuß, steht für das Kloster Rottenbuch.

Geht man nach der ersten urkundlichen Erwähnung aus dem Jahre 839, so ist Hirschzell der älteste Stadtteil Kaufbeurens.

Ihr tägliches Brot mussten sich die Einwohner von Hirschzell bis in die Gegenwart hinein durch die Landwirtschaft erarbeiten. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren es ca. 30 landwirtschaftliche Anwesen, die sich in der Höhenlage von fast 700 Metern mit den steinigen Böden abmühten. Der Flachsanbau wuchs bis ins 19.Jahrhundert zur wichtigsten Ertragsmöglichkeit heran, bis die Milchwirtschaft diese dann verdrängte.

Im Zuge der Gebietsreform schloss Hirschzell mit der Stadt Kaufbeuren am 17. Mai 1972 einen Eingemeindungsvertrag und wurde damit zum 1. Juli 1972 ein Stadtteil Kaufbeurens

Oberbeuren

In Rot ein silberner Turm, begleitet von zwei sechsstrahligen goldenen Sternen.

Das Wappen wurde am 10.10.1950 verliehen und spielt mit der Darstellung des Turmes auf die Ritter von Schwarzenburg an. Die beiden Sterne stammen aus dem Kaufbeurer Stadtwappen als Erinnerung an die Zugehörigkeit zur Reichsstadt 1519 – 1802.

Älter als Kaufbeuren ist das auf dem westlichen Wertachhochufer gelegene Oberbeuren. Zwischen dem Jahre 500 und 600, dem Zeitraum der Landnahme, dürfte Oberbeuren gegründet worden sein.

Als sich aus dem fränkischen Königshof die Stadt Kaufbeuren entwickelte und Reichsunmittelbarkeit erlangte, bildete Oberbeuren fortan eine kleine vom Reich lehnbare Herrschaft, da es ja bis 1268 die gleichen Herrschaftswechsel wie Kaufbeuren miterlebte. 1519 kaufte die Reichsstadt Kaufbeuren die Reichsherrschaft Oberbeuren dem sechzehnjährigen Sohn des jäh gestorbenen Burkhard von Heimenhofen ab. Oberbeuren blieb dann im Besitz der Reichsstadt bis 1802. Bis zum 30 jährigen Krieg schätzten die Kaufbeurer besonders das Wildbad Zum guten Brunnen.

Durch die Mediatisierung wurde Oberbeuren zu einer selbständigen Gemeinde. Sie verdoppelte im 19. Jahrhundert die Einwohnerzahl und nahm in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg nochmals zu. So zählte Oberbeuren 1972 2873 Einwohner und hatte damit gegenüber den 448 Einwohnern des Jahres 1810 seine Einwohnerzahl versechsfacht.

Besonders nach 1945 begann sich der bis dahin von der Landwirtschaft geprägte Charakter des Dorfes zu ändern. Das lag auch unter anderem daran, dass immer mehr Kaufbeurer Oberbeuren als Wohngegend bevorzugten.

Seiner Eigenständigkeit, seiner Lebens- und Entwicklungsfähigkeit wurde sich Oberbeuren in diesen Jahren immer mehr bewusst. Aber die vielfältigen Verflechtungen zu Kaufbeuren im Berufs- und Geschäftsleben waren auch zu bedenken und so entschied sich der Gemeinderat Oberbeurens am 28.12.1971 mit einer Stimme Mehrheit zur Eingemeindung nach Kaufbeuren.

Kemnat

Das Wappen ist ebenso wie das Hirschzeller Wappen gespalten; vorne schräg geteilt von Rot und Silber, hinten ein silberner Zinnenturm auf grünem Dreiberg in Rot.

Das Wappen wurde in dieser Gestalt am 20.09.1950 der Gemeinde verliehen und erinnert in der vorderen Hälfte an das Gründungsgeschlecht der Kemnater, während Turm und Dreiberg Burghügel und Bergfried symbolisieren.

Der mächtige und auch wegen seiner Lage imponierende Bergfried, genannt Römerturm und die älteste erhaltene Königsurkunde in deutscher Sprache sind beides Zeugnisse einer Vergangenheit, in der Kemnat eine andere Rolle spielte, als dies heute der Fall ist.

Um 1185 begannen Volkmar und Markward von Apfeltrang als Dienstmannen der Markgrafen von Ronsberg mit dem Bau der Burg. Der Bau einer solchen Burg war eine gezielte Aktion der staufischen Reichslandpolitik und gleichzeitig Demonstration des königlichen Willens. Die Gründung und Bau der Burg Kemnat war ein sichtbares Zeichen, den Herrschaftsbereich der Ronsberger zu festigen.

Die Kemnater Lehensleute waren die zuverlässigsten, die der Markgraf Heinrich I. von Ronsberg hatte, und man darf nicht vergessen, dass nur wenige Kilometer entfernt die Kaufbeurer sich anschickten, ihre Stadt zu ummauern. Als die Ronsberger 1212 ausgestorben waren, erlangten die Kemnater unter Volkmar II. den geschichtlichen Höhepunkt. Nach dem Tode Volkmars II. um 1283 erlosch auch bald sein Geschlecht.

Als 1802 Bayern Besitzer der Burg wurde, verkaufte man 1804 die Burg für 4.000 Gulden auf Abbruch, so dass nur noch Bergfried, Amtshaus und Brunnen übrig blieben.

1972 entschlossen sich die Kemnater für die Eingemeindung nach Kaufbeuren.

1984 kaufte dann Kaufbeuren den Bergfried vom Historischen Verein für Schwaben und ließ Turm und Amtshaus renovieren. 1985 beging man die 800-Jahr-Feier der Burg Kemnat.