Rüstungsbetrieb Dynamit AG


Großes Produktionsgebäude im Ostteil des Werksgeländes
Großes Produktionsgebäude im Ostteil des Werksgeländes

Im Zuge der Aufrüstungen des Deutschen Reiches für den 2. Weltkrieg wurde im Herbst 1939 von der Dynamit-Nobel-AG (DAG) mit dem Bau einer Sprengstoff- und Munitionsfabrik ca. 3,5 km nördlich von Kaufbeuren in dem Waldgelände „Am Hart“ begonnen.

Ausschlaggebend für diese Standortwahl waren die Anforderungen der Tarnung vor Luftangriffen und des Platzbedarfes für die beabsichtigte Streubauweise. Nach etlichen Unterbrechungen der Bauarbeiten, die durch den Verlauf des 2. Weltkrieges bedingt waren, wurde im Frühjahr 1943 die Produktion von Nitrocellulosepulver und von Zündhütchen aufgenommen und bis zum Kriegsende fortgeführt.

Am 30. April 1945 besetzten US-amerikanische Truppen die Pulverfabrik. Das DAG-Gelände, das zwischenzeitlich 1941 zur Stadt Kaufbeuren eingemeindet worden war, wurde unter der Oberhoheit der alliierten Militärregierung im Oktober 1945 geräumt und zahlreiche Bunker und Gebäude vonNovember an gesprengt. Die danach noch verbliebenen Einrichtungen wurden von der Militärregierung zu Reparationen verwandt.

Seit Jahresbeginn 1946 siedelten sich auf Grund der Initiative von Erich Huschka die Vertriebenen aus Gablonz a. d. Neiße an, um dort den Verbund ihrer weltberühmten Schmuckindustrie wieder aufzubauen. Der Abschluss des Pachtvertrages zwischen der Aufbau- und Siedlungsgesellschaft und dem Treuhänder des Fabrikgeländes am 1. Juli 1946 gilt als Geburtsstunde der späteren Siedlung Neugablonz.

Auf den Seiten des Bayerischen Landesamts für Umwelt finden Sie vertiefende Informationen zum Thema Rüstungsaltlasten.

Weiterführende, gut aufbereitete Informationen zur Dynamit AG sowie zur Geschichte von Neugablonz finden Sie auf den Seiten von Peter Dittert.