Geschützte Arten: Besitz und Handel

Der Besitz bzw. Erwerb von geschützten Arten oder Produkten, die aus diesen Arten hergestellt sind, sowie der Handel damit sind nur unter eng begrenzten Vorgaben zulässig. Die Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen und daran geknüpften Verwaltungsschritte liegt im Zuständigkeitsbereich der jeweils örtlich zuständigen unteren Naturschutzbehörde.

Auf dieser Seite wollen wir Ihnen die wichtigsten Informationen hierzu vermitteln und Ihnen die Durchführung der gesetzlich vorgegebenen Schritte durch Bereitstellung von Formularen erleichtern.

Selbstverständlich können Sie sich wie bisher auch direkt an uns wenden, wenn Sie Unterstützung und Beratung benötigen oder weitergehende Fragen haben.

Vor dem Erwerb …

Überlegen Sie sich bereits im Voraus, ob Sie sich z. B. ein Tier anschaffen sollten, das internationalen Schutzbestimmungen unterliegt.

Erkundigen Sie sich vor jedem Kauf über den eventuell gegebenen Schutzstatus von Tieren und Pflanzen. Den Schutzstatus können Sie über das Wissenschaftliche Informationssystem zum Internationalen Artenschutz abfragen.

Meldepflicht

Der Besitz eines besonders geschützten Tieres oder einer besonders geschützten Pflanze oder Erzeugnissen daraus unterliegt nach der Bundesartenschutzverordnung der Melde- und Nachweispflicht.

Das bedeutet, dass Sie sämtliche Zu- und Abgänge unverzüglich bei der Unteren Naturschutzbehörde anzeigen müssen. Verwenden Sie bitte unser Formular zur Anmeldung (siehe Downloads) und legen Sie die Herkunftsnachweise bei.

Nachweispflicht

Als Besitzer eines geschützten Tieres gemäß § 49 Bundesnaturschutzgesetz sind Sie verpflichtet, die legale Herkunft und damit den legalen Besitz gegenüber der unteren Naturschutzbehörde nachzuweisen.

Je nach Einstufung in eine der Schutzkategorien sind für den Nachweis verschiedene Dokumente erforderlich, die bei der Meldung vorzulegen sind:

  • für die Schutzkategorie nach Anhang A der EG-Verordnung 338/97 (bzw. 3626/82 EGVO):
    Vorlage der EG-Bescheinigung im gelben Original (bzw. der alten CITES-Bescheinigung im blauen Original)
  • für die Schutzkategorie nach Anhang B der EG-Verordnung 338/97 (bzw. 3626/82 EGVO) sowie europäische Vogelarten:
    Nachweisführung, dass die Exemplare in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften erworben wurden (z.B. durch Kaufvertrag, Nachzuchtbestätigung im Original, Importnummer, Importland, Tierausweis, alte CITES-Bescheinigung im blauen Original). Im Kaufvertrag sollen folgende Angaben enthalten sein: Art (deutsch und wissenschaftlich), Anzahl, Alter, Geschlecht, Kennzeichnung, Unterschrift und Anschrift von Käufer und Verkäufer
  • für die Schutzkategorie nach Anlage 1 Spalte 1 BArtSchV:
    Vorlage einer amtlich ausgestellten Meldebescheinigung
  • für Nachzuchten:
    Glaubhaftmachung der Nachzucht (z.B. Angabe der Elterntiere, Belegfotos, Angabe der Kennzeichen)

Kennzeichnungspflicht

Bitte beachten Sie die Kennzeichnungspflicht: Seit 2001 sind bestimmte lebende Säugetiere, 60 % der geschützten Reptilien und 95 % der geschützten Vogelarten kennzeichnungspflichtig. Die Art der Kennzeichnung ist der Bundesartenschutzverordnung zu entnehmen.

Das Kennzeichen (Ring, Chip) muss sich immer am Tier befinden, da sonst das Tier dem entsprechenden Dokument nicht zugeordnet werden kann. Die Kennzeichnung mittels Fotodokumentation muss auf Verlangen vorgezeigt werden können.

Bei der Anmeldung von Griechischen bzw. Maurischen Landschildkröten ist eine Fotodokumentation zugelassen.

  • Die Fotoaufnahme muss scharf, bildfüllend und gut ausgeleuchtet sein
  • als Unterlage ist schwarz/weißes Rasterpapier zu verwenden
  • die Fotogröße muss mindestens 9x13 cm betragen
  • es muss eine Bauch- und Rückenpanzeraufnahme vorgelegt werden (sowohl Nackenschild wie auch das fünfte Wirbelschild müssen abgebildet sein).

Entfernung von Kennzeichnungen

Muss ein Kennzeichen (Ring) entfernt werden, darf dies nur von einem Tierarzt vorgenommen werden. Der tierärztliche Nachweis ist der Behörde vorzulegen. Das neue Kennzeichen muss der Unteren Naturschutzbehörde mitgeteilt werden. Die Notwendigkeit ist zu begründen.

Weitere Hinweise

  • Rückgabe von Bescheinigungen
    CITES-Bescheinigungen, EG-Bescheinigungen und Nachzuchtbestätigungen von verendeten oder entflogenen Tieren müssen an die Untere Naturschutzbehörde zurückgegeben werden.
  • Vermarktungsverbot
    Bitte beachten Sie, dass für viele Tierarten ein Vermarktungsverbot besteht. Diese Tiere dürfen nicht ohne Genehmigung vermarktet werden. Die Untere Naturschutzbehörde kann auf Antrag Ausnahmen vom Vermarktungsverbot für Tiere genehmigen, die in Gefangenschaft gezüchtet werden.