Der Bürgerstiftung steht nichts mehr im Weg

Stammkapital beträgt fast 73 000 Euro - Viele Interessenten

AZ vom 16.11.2005) Kaufbeuren (ses). - Neun Gründungsstifter haben bei ihrer ersten Versammlung dem Satzungsentwurf der Kaufbeurer Bürgerstiftung grünes Licht gegeben. Einer Gründung bis spätestens Mitte Dezember steht demnach nichts mehr im Weg. Laut Stadtkämmerer Markus Pferner betrage das Stammkapital der Stiftung derzeit rund 73 000 Euro. Mit dem Geld sollen Vorhaben in allen Bereichen des öffentlichen Lebens unterstützt werden, für die kein Geld im Haushalt der Stadt vorhanden ist.

50 000 Euro sind als Mindesteinlage für die Stiftungsgründung notwendig. Diesen Betrag stellte die Kaufbeurer Sparkasse vor einigen Wochen zur Verfügung. Zusätzlich zu weiteren 10 000 Euro aus dem städtischen Haushalt haben sich bislang sieben Privatpersonen an der Stiftung beteiligt. „Die Resonanz ist sehr groß. Das aktuelle Stiftungskapital liegt bei 72 600 Euro“, erklärt Pferner. Es gehen laufend neue Anfragen von Interessenten im Rathaus ein - überwiegend von Bürgern.
Genau das ist auch Sinn und Zweck der Stiftung. Laut Pferner können sich Bürger bereits ab einer Stiftungssumme in Höhe von 500 Euro beteiligen. Es gebe viele Menschen, die zum Beispiel kulturelle oder bildungspolitische Projekte unterstützen wollen und auch über entsprechende Geldmittel verfügen. Ziel sei es, lokale, gemeinnützige Einrichtungen und Projekte zu unterstützen und zu schaffen. Pferner: „Die Stiftung übernimmt sämtliche Aufgaben von der Bekämpfung sozialer Probleme bis zur einfachen Steigerung der Lebensqualität. Das Aufgabenfeld wurde sehr weit gefasst.“ Über die endgültige Verteilung der Mittel entscheidet die Stiftungsversammlung. Die Stadtverwaltung verzichtet darauf, sich in die Vergabemodalitäten einzumischen. „Es soll ein Bürgergremium sein. Unsere Tätigkeit wird lediglich beratenden Charakter haben“, so Pferner.
Bei der Versammlung der so genannten Gründungsstifter, also derer, die Einfluss auf die Satzung nehmen dürfen, wurde zudem festgelegt, dass es sich bei der Kaufbeurer Stiftung um eine Einrichtung des bürgerlichen Rechts handle, die von einem Stiftungsvorstand aus sechs Mitgliedern verwaltet werden soll. Der Entwurf der Satzung sei konstruktiv durchgearbeitet worden, sagt Pferner. „Kritik hat es an keinem der Punkte gegeben.“

Zitat
Egal ob Bildung, Erziehung, Kunst, Kultur, Jugend- oder Altenhilfe - das Aufgabenfeld der Bürgerstiftung wurde sehr weit gefasst.}

Markus Pferner, Stadtkämmerer

Bis Mitte Dezember die erste Versammlung des Stiftungsvorstandes geplant ist, müssen jedoch noch einige bürokratische Schritte eingehalten werden: „Die Satzungsentwürfe wurden inzwischen an die Gründungsmitglieder versendet“, erklärt Pferner. In den kommenden Wochen müssen diese nun die Stiftungsurkunde unterschreiben. Ende November werde das Dokument schließlich bei der Regierung von Schwaben in ihrer Funktion als Stiftungsaufsicht vorgelegt. „Ich hoffe, dass bis zur zweiten Dezember-Woche alle Formalitäten erledigt sind“, sagt der Stadtkämmerer.