Eine Stiftung von Bürgern für Bürger

Ziel: Gründung bis Ende November - "Wir für Kaufbeuren"

(AZ vom 23.06.2005) Kaufbeuren (rö). - Es gibt viele Menschen, die gerne in irgendeiner Form Gutes tun möchten - sei es in sozialer Hinsicht, sei es, dass sie kulturelle oder sportliche Projekte unterstützen wollen. Viele verfügen auch über entsprechende Geldmittel - aber sie wissen nicht recht, wie sie dieses Geld ihren Wünschen entsprechend am besten einsetzen können. Um ihnen eine Form des Engagements zu ermöglichen, das gleichzeitig auch der Kommune nützt, will die Stadt die Gründung einer "Bürgerstiftung" initiieren.

Der Stiftungszweck soll dabei möglichst weit gefasst sein, um - so Stadtkämmerer Markus Pferner - "auch zukünftigen Belangen der Bürger Rechnung zu tragen."
Die Idee einer solchen Bürgerstiftung ist nicht neu, Ex-OB Andreas Knie beispielsweise hatte diese Überlegung im Zusammenhang mit der Sanierung des Stadtmuseums vor Jahren schon einmal angedacht. Stadtkämmerer Pferner hat die Idee, die andernorts bereits erfolgreich ist, nun konkreter ausgearbeitet und im Verwaltungsausschuss Konzept und mögliche Satzung vorgestellt.
Ziel einer solchen Stiftung sei, "das bürgerliche Engagement in den Bereichen Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, öffentliche Gesundheitspflege, Wohlfahrtspflege, Natur- und Umweltschutz sowie Jugend- und Altenhilfe zum Wohle der Kaufbeurer Bürger zu fördern". Sprich: Es geht um Schaffung und Unterstützung lokaler Einrichtungen und Projekte aus Mitteln der Stiftung, von der Bekämpfung sozialer Probleme bis hin zur einfachen Steigerung der Lebensqualität. Um die Identifikation der Bürger mit der Stiftung zu erhöhen, wird ein Zusatz - der aktuelle Vorschlag lautet: "Wir für Kaufbeuren" - empfohlen, außerdem wird der Tätigkeitsbereich der Stiftung auf das Stadtgebiet beschränkt. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig - beispielsweise kann es um die Förderung eines konkreten Projektes genau so gehen, wie um die Unterstützung einer anderen Körperschaft oder eine Zustiftung, wenn es ein gemeinsames Ziel gibt.
Theoretisch könnte die Stadtkämmerei die Bürgerstiftung verwalten wie die übrigen bereits bestehenden Stiftungen auch. Sinnvoller jedoch, so Pferner, sei die Einrichtung als politisch und finanziell unabhängige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Stiftungsrat und Stiftungsvorstand, weil sie den Stiftern ein Mitspracherecht ermögliche.

50000 Euro Grundkapital

Die Stadt hofft, bis Ende November dieses Jahres möglichst viele Gründungsstifter zu gewinnen, damit das erforderliche Stiftungsvermögen von 50000 Euro aufgebracht werden kann. Der Verwaltungsausschuss beschloss, einen bis dahin eventuell fehlenden Betrag aus dem städtischen Haushalt bereit zu stellen, um die Stiftung auf den Weg zu bringen.
Das städtische Engagement, so Oberbürgermeister Bosse, sei auch ein wichtiges Signal. Im übrigen sei die Stiftung natürlich auch offen für öffentlich-rechtliche Einrichtungen wie die Sparkasse oder auch Firmen.
Dieter Matthes (SPD) lobte die Idee. "Es ist auch richtig, dass wir nicht auf eine private Initiative warten, sondern selbst initiieren."
Die Verwaltung will sich bemühen, so schnell wie möglich auf der Internetseite
www.buergerstiftung.de
einen Link zu bekommen, über den sich potenzielle Stifter informieren können, außerdem könnte man eine spezielle Broschüre auflegen, um die Stiftung bekannt zu machen, so Pferner.