Sicherheitsumfrage - Kurzfassung

Der Sicherheitsbeirat der Stadt Kaufbeuren hatte im März 2006 den Auftrag zur Durchführung einer Bevölkerungsbefragung zur kommunalen Kriminalprävention gegeben. Dabei wurde das Standardinventar im Handbuch der Forschungsgruppe des Max-Planck-Institutes Freiburg um einige Fragestellungen ergänzt, die örtliche Besonderheiten berücksichtigen.

Die Fragebögen mit einem Katalog von 27 Fragen wurden an 1.000 in Kaufbeuren gemeldete Personen über 18 Jahre versandt, die unter anteilsmäßiger Berücksichtigung aller Stadtteile nach dem Zufallsprinzip gezogen worden waren. Der Rücklauf betrug im Durchschnitt 32,3 Prozent. Damit können die Ergebnisse nach Aussage des Leiters der Forschungsgruppe, Herrn Prof. Dr. Kury, als repräsentativ angesehen werden. Die edv-technische Auswertung und Aufbereitung hatten Schulklassen der Fachoberschule und der Berufsoberschule Kaufbeuren unter der Projektleitung ihres EDV-Lehrers übernommen.

Die Ergebnisse der Sicherheitsumfrage in Kaufbeuren liegen nunmehr vor und werden als eine wichtige Erkenntnisgrundlage für die kriminalpräventive Sicherheitsarbeit angesehen.

  • Als ganz allgemein dringendste Probleme der Stadt nannten 47 Prozent die Arbeitsplatzsituation und 35,5 Prozent Ausländer.
  • Die Polizei und die „Saubere Stadt“ finden bei der Bevölkerung eine große Akzeptanz. Mit der Arbeit der Polizei sind 73 Prozent und mit der Einrichtung „Saubere Stadt“ sind 72 Prozent zufrieden.
  • Allgemein beurteilten 84 Prozent die Kontrollen durch den kommunalen Ordnungsdienst als sehr positiv oder positiv. Dagegen war bei der Überwachung des Parkverbotes die Akzeptanz mit 59 Prozent deutlich niedriger, 41 Prozent empfinden hier die Kontrollen als negativ oder eher negativ. Die mit 94 Prozent größte Akzeptanz fanden die Alkholkontrollen durch die Polizei.
  • Die Kaufbeurer haben überwiegend keine Angst vor Kriminalität. Grundsätzlich schränken 72 Prozent ihre Freizeitaktivitäten nicht aus Angst vor einer Straftat ein, allerdings werden nach Einbruch der Dunkelheit gewisse Straßen oder Örtlichkeiten von 44 Prozent gemieden. Am sichersten fühlen sich die Bürger in Oberbeuren, Hirschzell und Kemnat. Die Kriminalitätsfurcht überwiegt deutlich bei Frauen, die als die häufigsten Gründe hierfür Ausländer und Jugendliche nannten.
  • Bei den Vorschlägen zur Verbesserung der Sicherheit gab es folgende Mehrfachnennungen:
    • bessere Präsenz und strengere Kontrollen von Polizei und Ordnungsdienst, vor allem während der Nachtstunden, Fahrrad-, Fuß- und Zivilstreifen, Überwachung neuralgischer Plätze, Videoüberwachung, härtere Strafen
    • Integration von Ausländern fördern, Sozial- und Aufklärungsarbeit für Kinder und Jugendliche, vor allem an Schulen
    • Beleuchtung von Fuß-, Radwegen, Straßen und Plätzen verbessern
    • Beseitigung von Müllproblemen, Einschreiten gegen Hundekot, mehr Hundetoiletten

Ref. 3
Dr. Gert Peter Strunk