Pädagogik

Pädagogische Schwerpunkte

Basiskompetenzen:
Dies sind grundlegende Fähigkeiten, Fertigkeiten, Haltungen und Persönlichkeitscharakteristika. Sie befähigen das Kind zum Handeln und zur Auseinandersetzung mit der Umwelt.

  1. Personale Kompetenz:
    • Personale Kompetenz bedeutet das Selbstwertgefühl des Kindes und das Bewusstsein mitentscheiden und selbständig handeln dürfen zu steigern.
    • Probleme werden analysiert und gelöst, dies geschieht z. B. in Kinderkonferenzen, in denen verschiedene Meinungen der Kinder angehört und besprochen werden.
    • Bei Übungen im motorischen Bereich und durch verschiedene Wahrnehmungsspiele werden alle Sinne genutzt, Körperbeherrschung und verantwortungsvoller Umgang mit dem Körper erlernt.
  2. Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext: Im gemeinsamen Spiel (sowohl in altersgemischten als auch in altershomogenen Gruppen) und im Gruppenalltag erwerben die Kinder die Fähigkeiten:
    • Beziehungen knüpfen und sich in andere hineinversetzen
    • Gesprächsregeln beachten und mit anderen zusammenarbeiten
    • Regeln und Normen anerkennen, sich eine eigene Meinung bilden
    • Jeden Einzelnen als einzigartig anerkennen
    • Verantwortung für eigenes Handeln, anderen Menschen und der Umwelt gegenüber tragen
    • Akzeptieren der Demokratie, die eigene Meinung vertreten, aber auch andere Meinungen zulassen
  3. Lernmethodische Kompetenz: Lernen, wie man lernt: = der Grundstein für schulisches und lebenslanges, selbst gesteuertes Lernen.
    Durch diese Kompetenz soll den Kindern bewusst werden, wie sie lernen.
    Ein Projekt wird von Anfang an mit den Kinder gemeinsam erarbeitet, was dazu gebraucht wird, woher man es bekommt, usw. Die Umsetzung in die Praxis erfolgt z. B. durch Besuche in der Bücherei oder Spaziergänge in den Wald, um Material zu sammeln. Die Kinder sehen, dass einzelne Teilaspekte zusammengehören. Gemeinsam wird reflektiert, welches Wissen und wie sie sich dieses Wissen angeeignet haben. So erworbenes Wissen kann auch auf andere Situationen übertragen werden.
  4. Kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen: = Resilienz: Widerstandsfähigkeit, die Fähigkeit der Kinder, mit Belastungen und Stresssituationen erfolgreich umzugehen.
    Die Entwicklung der Resilienzwird durch den Erwerb der bisher genannten Basiskompetenzen und durch Vorbilder positiv beeinflusst.
    • ØDurch gemeinsame Lösung von Konfliktsituationen leben wir den Kindern den Umgang mit Auseinandersetzungen vor. Im Gespräch mit den beteiligten Kindern und durch Anhören der verschiedenen Meinungen und Standpunkte lernen die Kinder am Beispiel „Streit“ mit Stresssituationen umzugehen.

Durch Kontakt zu Anderen und die Nutzung verschiedenster Spielmaterialien erwerben und erweitern die Kinder diese Kompetenzen durch die regelmäßige Teilnahme am Gruppenalltag. Bei gezielten Angeboten und Projekten werden sie vertieft und gestärkt.

Übergang Familie - Tageseinrichtung, Eingewöhnung neuer Kinder:

Am Anfang jedes Kindergartenjahres und auch unter dem Jahr, kommen neue Kinder in den Kindergarten.

Um den Übergang von dem vertrauten zu Hause in den Kindergarten dem Kind zu erleichtern, nehmen wir eine Reihe von Maßnahmen vor. Gleich beim Anmeldegespräch empfehlen wir, das Kind mitzubringen. Hier hat es die Möglichkeit die Einrichtung zu besichtigen und den ersten Kontakt mit dem Personal aufzunehmen.

Bei unserem „Tag der offenen Tür“ haben Eltern und Kind gemeinsam die Gelegenheit einen ganzen Nachmittag in der Einrichtung zu verbringen. Hier können Sie Informationen über die Arbeit mit den Kindern (z. B. verschiedene Projekte) und den Tagesablauf bekommen, ebenso ist Zeit, um die verschiedenen Räume und Spielmöglichkeiten zu erkunden und das Personal näher kennen zu lernen.

Besonders in der ersten Zeit nehmen wir uns viel Zeit für das „neue“ Kind, helfen ihm Beziehung zu anderen Kindern aufzubauen. Zur Unterstützung im täglichen Geschehen, gibt es Paten (Kinder, die schon länger den Kiga besuchen).

Austausch-Gespräche mit den Eltern sind uns während der Eingewöhnungszeit sehr wichtig, um Vorlieben und Stärken des Kindes, sowie Sorgen und Ängste der Eltern zu erfahren.

Vorbereitung und Begleitung des Übergangs in die Schule:

Die Kinder sind in der Regel hoch motiviert, sich auf den neuen Lebensraum Schule einzulassen. Wichtig ist, dass Kinder hier auf vielfältige Erfahrungen und Kompetenzen zurückgreifen können aus ihrer Zeit im Kindergarten. Dies erhöht die Chancen, dass sie dem neuen Lebensabschnitt mit Stolz, Zuversicht und Gelassenheit entgegensehen.

Die Vorbereitung des Übergangs in die Schule beginnt am Tag des Eintritts in den Kindergarten. Sie bezieht sich sowohl auf die Förderung von Basiskompetenzen

(s. o.), als auch auf die Förderung schulnaher Vorläuferkompetenzen, auf denen die Schule aufbauen kann (z. B. Sprachentwicklung, Begegnung mit der Schriftkultur).

Den Kindern werden vielfältige Einstiegshilfen geboten, um den Lebensraum Schule sowie ihre künftigen Lehrkräfte kennen zu lernen (z. B. Schulbesuche mit den Kindern, gemeinsame Unterrichtsstunden, sowie der Besuch von Lehrkräften im Kindergarten).

Der Dialog mit den Eltern und der Schule wird frühzeitig begonnen, um den Übergang der einzuschulenden Kinder zu erleichtern.

Eine enge und ähnliche Zusammenarbeit besteht ebenfalls zwischen Schule und Schulkindergarten.

Beobachtung und Dokumentation:
Durch regelmäßige Beobachtungen (auch anhand von Beobachtungsbögen und einem „Lebensbuch“) erfahren wir, wo sich das einzelne Kind in seinem Entwicklungsstand befindet. So ist es und möglich jeden Einzelnen in der Kleingruppe oder anhand von Einzelförderung individuell zu fördern.

Neben diesen grundlegenden Kompetenzen, die bei den Kindern im Alltag gefördert werden, haben wir uns zusätzliche Schwerpunkte gesetzt:

  • Kinder mit Entwicklungsrisiken:
    • Kinder mit Entwicklungsrisiken werden gemeinsam mit Kindern ohne Entwicklungsrisiken in unserer Einrichtung gefördert und betreut, um ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
    • Die Kinder kommen miteinander in Kontakt, lernen sich gegenseitig mit ihren „Verschiedenartigkeiten“ kennen und achten und stellen fest, dass sie trotz der Unterschiede auch viele Gemeinsamkeiten haben.
    • Das Kind wird als gleichwertiges Gruppenmitglied angesehen und nimmt am täglichen Gruppengeschehen teil, somit gibt es gemeinsame pädagogische Angebote, Projekte und Aktivitäten für alle Kinder in die sich jedes Kind entsprechend seinen Fähigkeiten einbringen kann.
    • Wichtig hierbei ist auch die Kooperation mit den entsprechenden Fachdiensten und den Eltern. In Gesprächen werden Beobachtungen und Entwicklungsschritte besprochen, sowie über weiteres Vorgehen entschieden. Somit kann eine individuelle und bedürfnisorientierte Förderung gewährleistet werden.
  • Geschlechtersensible Erziehung:
    • Die Kinder werden in erster Linie als Persönlichkeit mit individuellen Stärken, Vorlieben und Interessen gesehen.
    • Für Mädchen und Jungen wird gleicher Zugang und gleiche Teilhabe an allen Lerninhalten und Lernräumen sichergestellt.
    • Jedes Kind, ob Junge oder Mädchen, kann Erfahrungen in kreativen, handwerklichen, musischen oder naturwissenschaftlich - experimentellen Aktivitäten sammeln und selbst erkennen, was seine Bedürfnisse sind.
  • Sprachliche Bildung und Förderung (Literacy-Erziehung, Art.11):
    • Die Sprachentwicklung des Kindes und seine Fähigkeit zur Sprachgestaltung werden in verschiedenen Bereichen gefördert. Kinder lernen Sprache in der Beziehung zu Personen und im Versuch, ihre Umwelt zu verstehen. Im Gespräch, das zu den wichtigsten Formen der Sprachförderung gehört, gilt das päd. Fachpersonal als Vorbild und das Kind kann selbst aktiv werden, sich so das „Wissen“ aneignen, wie Sprache aufgebaut ist.
    • Die Literacy-Erziehung gehört zur sprachlichen Bildung und ist ein zentraler Bestandteil. Hiermit sind vor allem kindliche Erfahrungen rund um Buch-, Erzähl-, und Schriftkultur gemeint. Wir heißen jährlich viele Vorlesepaten zu Vorlesenachmittagen in unserem Kindergarten willkommen.
    • -Für Kinder mit Migrationshintergrund, die über keine oder unzureichende Deutschkenntnisse verfügen, ist in unserer Einrichtung eine besondere Sprachförderung sichergestellt. Die Kinder werden in Kleingruppen spielerisch beim Erwerb der deutschen Sprache gefördert. Außerdem findet für Kinder mit speziellem Förderbedarf der vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung vorgesehene „Vorkurs Deutsch 240“ statt.

  • Naturwissenschaftliche und technische Bildung:

    • Kinder haben ein natürliches Interesse am Experimentieren und Beobachten. Diese Neugier wird durch eine altersgerechte Auswahl der Themen und Experimente, sowie die dazu gehörenden altersentsprechenden Erklärungen befriedigt. Die Kinder führen mit dem päd. Fachpersonal die Experimente selbst durch. Sie lernen dadurch den Aufbau einer Versuchsanordnung kennen, sie beobachten, vergleichen, beschreiben, bewerten und überprüfen dabei auch eigene Ideen und Hypothesen.
    • Dieser Schwerpunkt fließt vor allem im Teilbereich „Naturbeobachtungen“ unseres Jahresthemas „Mit allen Sinnen durch die Stadt“ in unsere Arbeit mit ein.
    • Mit unserem anlaufenden Projekt „Haus der kleinen Forscher“ wird dieser Teil in das alltägliche Geschehen eingebaut und weiter vertieft.
  • Mathematik:

    • Basis für lebenslanges Lernen, sowie Grundlage für Erkenntnisse in fast jeder Wissenschaft, der Technik und der Wirtschaft ist das mathematische Denken.
    • Hier machen die Kinder erste Erfahrungen mit Zahlen, Formen und Mengen. Auf spielerische Art und Weise lernen Kinder geometrische Formen an ihrer äußeren Gestalt zu erkennen.
    • Zahlenkompetenz wird entwickelt, Verständnis für Menge, Länge, Gewicht und vielem mehr wird gefördert.
    • In unseren erweiterten Bildungsangeboten am Nachmittag (Zahlen- und Entenland) wird diese mathematische Bildung vertieft.
  • Medienbildung und –erziehung, elementare informationstechnische Bildung:
    • Kinder wachsen von Geburt an mit Medien auf, darum ist frühzeitig ein kompetenter Umgang mit Medien zu vermitteln. Die päd. Arbeit mit elektronischen Medien und anderen Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik ist ein wichtiger Bestandteil zeitgemäßer Bildung und Erziehung im Kindergarten. Mit der Schlaumäuse-Sprachsoftware, sowie mit einer spielerischen Mathematik- und Deutschsoftware machen die Kinder am Computer erste Medienerfahrungen, entwickeln so Interesse an technischen Geräten, erfahren etwas über Verwendungs- und Funktionsweisen, bauen ein Wertbewusstsein auf, erfassen aber auch Risiken und Gefährdungen des Mediengebrauchs.
  • Ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung und Erziehung:
    Ästhetische Bildung und Erziehung muss gezielt alle fünf Sinne sensibilisieren.
    • Förderung der Kinder in ihrer Gesamtperson
    • Methodischer Ausgangspunkt ist das Spiel, das die Möglichkeit bietet -Gestalten, Reflexion und Gegenwart in eins zu setzen.
    • Bei Mal- und Zeichenaufgaben wird Freiraum für den spielerischen und kreativen Umgang mit Vorstellungen, Ideen und Material gegeben.
    • Zusammenarbeit mit kulturellen Einrichtungen bereichert die ästhetische Bildung und Erziehung unserer Kinder.
    • Im Mittelpunkt steht für uns Qualität statt Quantität: nicht möglichst viel den Eltern „präsentieren“, sondern für die Kinder, von den Kindern Wertvolles schaffen.
  • Bewegungserziehung und –förderung, Sport:
    • Das „Sich bewegen“ zählt neben dem Spielen zu den grundlegenden Betätigungs- und Ausdrucksformen von Kindern. In der frühen Kindheit ist Bewegung für die gesamte Entwicklung von herausragender Bedeutung und zugleich von existenziellem Wert. Über die Bewegung entdecken die Kinder sich selbst und die Welt und sammeln Sinneserfahrungen. Bewegung fördert die kognitive und soziale Kompetenz, deshalb nehmen Bewegungsangebote im päd. Tagesangebot einen festen Platz ein.
  • Partizipation:
    • Dies bedeutet Beteiligung im Sinne von Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitbestimmung.
    • Kinder haben das Recht an allen sie betreffenden Entscheidungen entsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden.
    • Dies setzen wir um, indem die Kinder bei Kinderkonferenzen sich und ihre eigenen Ideen einbringen und aktiv an ihrer Verwirklichung teilhaben.
    • Des weiteren findet Mitbestimmung in vielen anderen Bereichen, wie
      z. B. bei der Partner- und Spielwahl im Freispiel, sowie bei der Auswahl des gesunden Frühstücks statt.
  • Ethik, Religion und interkulturelle Erziehung:
    • Zu unserem Jahreskreislauf gehören auch Feste mit religiösem Hintergrund, wie z. B. Weihnachten und Ostern. Hierbei und ebenso in unserem päd. Alltag werden Sitten und Gebräuche miteinbezogen, sowie Werte und Normen unserer Gesellschaft vermittelt. Das aktive Mitwirken dabei, gibt den Kindern die Möglichkeit eigene Standpunkte zu finden und Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Meinungen zu entwickeln.
    • In unserer Einrichtung treffen verschiedenste Kulturen und Nationalitäten aufeinander. So erfahren die Kinder ein selbstverständliches Miteinander und beschäftigen sich mit ihrer eigenen Herkunft. Sie erkennen Unterschiede und interessieren sich dafür, diese zu entdecken und zu verstehen.

Zusätzliche Schwerpunkte im Schulkindergarten:

  • Selbständigkeit:
    Durch eigenverantwortliche Übernahme von Gruppendiensten, die jedes Kind abwechselnd übernehmen darf, damit der Gruppenalltag gelingen kann, sind die Kinder zur Selbständigkeit erzogen. Auch das selbständige An- und Ausziehen ist geübt, kleine Auseinandersetzungen mit Gleichaltrigen können selbst bewältigt werden.
  • Sozialerziehung:
    Schüchterne Kinder mit wenig Selbstvertrauen ordnen sich in einer altershomogenen Gruppe ein, ohne unterzugehen. Die Kinder können sich an Regeln halten und bei Konflikten miteinander eine Lösung suchen. Sie werden als Gesprächspartner ernst genommen und in ihrer Sozialkompetenz gestärkt.
  • Konzentrationsfähigkeit:
    Auf vielfältige Weise ist die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis geübt. Durch das Einsetzen verschiedenster Materialien, Spielen und Aufgabenblättern ist die Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer der Kinder innerhalb des Jahres verbessert.
  • Motorischer Bereich:
    Durch Einsatz verschiedenster Maltechniken und Bastelangeboten (Falten, Schneiden, Weben, Werken) ist die Fingerfertigkeit besonders gefördert.
    Die Grobmotorik der Kinder ist durch das wöchentliche Bewegungsangebot, das Spielen im Freien und bei Spaziergängen (Sicherheit im Straßenverkehr, Ablaufen des Schulwegs) besonders gefördert.
  • Aufgabenbereitschaft:
    Die Kinder lernen Anweisungen zu hören, zu verstehen und umzusetzen. Sie können allgemeine Aussagen auf sich beziehen und stehen neuen Lerninhalten positiv gegenüber. „Das kann ich nicht, dass lerne ich noch!“
  • Sprachförderung:
    Mit Hilfe von gezielten Angeboten, wie der tägliche Morgenkreis, wird sie Sprach- und Sprechentwicklung gefördert. Die Kinder lernen ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen und auszudrücken. Auch Bilderbücher tragen zur Sprachförderung bei, hier wird der Inhalt der Geschichte in eigenen Worten wiedergegeben und Bilder mit ihren Einzelheiten beschrieben.
  • Kleingruppenarbeit:
    Wir holen die Kinder da ab, wo sie sich in ihrer Entwicklung mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten befinden. In der Kleingruppe erkennen wir die Bedürfnisse und eventuellen Entwicklungsrückstände der einzelnen Kinder, können so unser pädagogisches Handeln darauf einstellen und unsere Schwerpunkte in unseren Lerneinheiten danach richten.