Förderung des Energiebewusstseins an Kaufbeurer Schulen

In Fortführung des inzwischen ausgelaufenen „Fify-Fifty-Projektes“ wurde vom Bauausschuss der Stadt Kaufbeuren zur weiteren Förderung des Energiebewußtseins beschlossen, das von Stadtrat Alexius Batzer vorgeschlagene Projekt „Energieteams an Kaufbeurer Schulen“ umzusetzen.

Leitgedanke

Die Verantwortlichkeit von Lehrkräften und Schülern für Ihr Schulgebäude soll stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Jeder ist verantwortlich für das eigene Handeln und beeinflusst damit seine Umgebung, also auch den Energieverbrauch im Schulgebäude, aktiv mit. Eingebrachtes Engagement soll entsprechend gewürdigt werden.

Nutzen

  1. pädagogischer Effekt: Kinder lernen aktiv, dass Änderungen im Verhalten zu einer Reduzierung von Energieverbräuchen führen. Es soll ein Anreiz geschaffen werden, theoretisches Wissen in die Tat umzusetzen.
  2. Dieses erworbene Wissen kann auch im privaten Bereich zu entsprechenden Einsparungen führen (Multiplikatorenwirkung).
  3. Verminderung der CO2-Emissionen: Verringerung des Energieverbrauches führt automatisch zu einer Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen.
  4. Finanzielle Einsparungen: Verminderungen der Energieverbräuche reduzieren die durch die Stadt zu tragenden Energiekosten. Ein Teil der erzielten Einsparungen wird in Form von Zuwendungen bzw. Prämien an die Projektteams zurückgegeben.

Beschreibung des Projektes

Das Projekt beruht auf Freiwilligkeit. Nur wer freiwillig mitmacht, wird sich engagieren. Die Stadt Kaufbeuren empfiehlt den Schulen die Einrichtung so genannter Energieteams (Energiedetektive), soweit solche Gruppen nicht schon vorhanden sind. Diese Gruppen werden von einer Lehrkraft betreut. Die Aufgabenstellung umfasst für die Energiebereiche Wärme und Strom folgende Themen:

  1. Sensibilisierung von Schülerinnen und Schülern sowie der Lehrkräfte
  2. Erarbeitung praktischer Vorschläge zur Energieeinsparung durch (verändertes) Nutzerverhalten
  3. Verbesserung der Akzeptanz von Maßnahmen zur Energieeffizienz
  4. Umsetzung von Vorschlägen zum Nutzerverhalten, soweit sinnvoll
  5. Vorschläge zu baulichen oder organisatorischen Sparmaßnahmen

Der jeweilige Hausmeister sollte in das Projekt mit einbezogen werden. Insbesondere wenn es um die Umsetzung von Maßnahmen geht, kann der Hausmeister wertvolle Hilfestellung geben. Andere Erfordernisse (z.B. Brandschutz, Sicherheit, organisatorische Anforderungen) sollten vor Umsetzung von Maßnahmen abgeklärt werden (Schulleitung, Hausmeister).

Als Anreiz erhält jede Schule mit einem Energieteam unabhängig von der Höhe der Einsparung und der Schülerzahl eine jährliche Zuwendung in Höhe von 150 €. Dieser Betrag ist zweckgebunden zur Förderung des Energieteams zu verwenden.

Die Verwaltung ermittelt die relative Veränderung der verbrauchten Heizenergie gegenüber dem Vorjahr, bezogen auf die Schulfläche (in Prozent). Dabei werden erhebliche Einflussfaktoren entsprechend berücksichtigt. Anhand dieser Daten erfolgt eine Festlegung (Rangliste) der ersten vier Plätze. Die erfolgreichsten Schulen erhalten als kleine Anerkennung eine Prämie:

  1. Platz: 400 €
  2. Platz: 300 €
  3. Platz: 200 €
  4. Platz: 100 €

Für die tatsächlichen Energieverbräuche gibt es zahlreiche Einflussfaktoren. Hierzu zählen technische Ausstattung, technische Änderungen, Witterung, Veränderungen in der zeitlichen Nutzung eines Gebäudes, aber auch zufällige Fluktuationen. Die Anzahl der Schüler ist für den Heizenergieverbrauch zunächst von untergeordneter Bedeutung, es sei denn, die zeitliche Nutzung im Gebäude ändert sich hierdurch. Nach den technischen Regeln werden Kennwerte flächenbezogen ermittelt. Um Verbräuche verschiedener Jahre miteinander vergleichen zu können, müssen gegebenenfalls fachgerecht bestimmte Korrekturen durchgeführt werden. Für die Korrektur werden die vorgenannten Einflussfaktoren so weit möglich und in vertretbarem Umfang berücksichtigt.

Weitere Erläuterungen

Das Projekt versteht sich als Anreiz für die Nutzer der Gebäude zu energiesparendem Verhalten. Eine ermittelte Platzierung soll keinesfalls eine Bewertung der Energieteams oder der Schule sein. Um eine solche öffentliche Bewertung auszuschließen werden nur die vier Erstplatzierten bekannt gegeben.

Da das Gelingen eines solchen Projektes stark vom Engagement der Schulleitung und der Lehrer abhängt, basiert die Teilnahme auf Freiwilligkeit. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre befristet (2009 – 2011). Es hat sowohl eine Entlastung der Umwelt wie auch der laufenden Betriebskosten zum Ziel. Ungeachtet dessen sollte der pädagogische Nutzen im Vordergrund stehen.