Soziales Lernen
Soziales Lernen geschieht im täglichen Miteinander und ist Voraussetzung um sich in die Gesellschaft zu integrieren. Das von den Kindern selbstbestimmt gestaltete Freispiel und unsere pädagogischen Angebote bieten ein breites Lern- und Erfahrungsfeld, in dem soziale und emotionale Kompetenzen erworben und gefördert werden. So lernt das Kind im Spiel seine Vorstellungen und Bedürfnisse auszusprechen und durchzusetzen bzw. zurückzustellen und sich einzuordnen. Es muss sich an Regeln halten und wird befähigt verantwortlich für sich selbst, für seine Mitmenschen, für Dinge und die Umwelt einzutreten. Für bzw. durch sein Verhalten bekommt es Rückmeldung von den anderen Kindern und von der Erzieherin und lernt so, seine Person sowie sein Handeln einzuschätzen.
Aus gleichen Interessen, gegenseitiger Zuneigung, häufigen Treffen und anderen Beweggründen entwickeln die Kinder Freundschaften. Diese selbst gewählten, unbeeinflussten Beziehungen sowie zweckgebundene Partnerschaften machen die Kinder stark, fördern ihr Selbstbewusstsein und erweitern ihre Lebenserfahrung.
Unser partnerschaftlicher Erziehungsstil und die daraus resultierenden Regeln bieten und verlangen die Mitbeteiligung der Kinder an der Entscheidungsfindung.
- So bieten wir den Kindern die Möglichkeit in der "Kinderkonferenz" Wünsche, Meinungen und Gefühle zu äußern, Gruppenregeln mitzubestimmen sowie zu diskutieren, wo und inwieweit sie Verantwortung und Aufgaben übernehmen können und möchten.
Das Einhalten der Entscheidungen und die Ausführung der Beschlüsse macht den Kindern selbstbestimmt mehr Spaß und begünstigt ihre Arbeitsfreude und Lernbereitschaft. - Vorlesestunden in den Nebenzimmern:
Die Kinder können selbst entscheiden, ob sie an dem regelmäßig stattfindenden gruppenübergreifenden Freispielangebot teilnehmen möchten. Um die „Geschichtengruppe“ nicht zu stören, müssen sie sich aber an die im Vorfeld besprochenen Regeln halten. So dürfen sie z.B. weder verspätet kommen noch früher gehen. - Aushandlungsprozesse als auch das Streiten gehören zum emotionalen und sozialen Lernen. Da jeder Mensch ein gewisses Maß an Selbstbehauptungs- und Durchsetzungswillen besitzen muss, um seine Ziele zu erreichen, erlauben wir den Kindern auch aggressive Gefühle auf akzeptable Weise zum Ausdruck zu bringen. Zudem soll ihre Fähigkeit wachsen, auf Angriffe anderer angemessen zu reagieren. Wir möchten den Kindern vermitteln, dass man Wut aussprechen kann ohne handgreiflich zu werden.
Unterstützend und ergänzend dazu bieten wir seit mehreren Jahren das Projekt „Fauslos“ an. „Faustlos“ ist ein für den Kindergarten entwickeltes Lernprogramm, dass impulsives und aggressives Verhalten von Kindern im Vorschulalter vermindern und ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen steigern soll. Die Bereiche Empathieförderung, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut werden anhand von Spielen und Gesprächen, Bildkarten, Geschichten und Rollenspielen aufbereitet, diskutiert, geklärt und vertieft. - Im Winter gingen wir mehrmals zum Tütenrutschen auf den Hügel am „Marienberger Weg“. Beim geordneten Gehen mit der Gruppe auf den Gehwegen und beim Überqueren der Straßen sowie beim Spielen und Toben auf dem Hügel übten die Kinder Umgangsformen und Verhaltensweisen im sozialen Miteinander und zur Unfallverhütung.
- Ein großes soziales Lernfeld bieten uns die alljährlichen Frühjahr-Sommer-Projekte. Einzelne Kinder, Kleingruppen und Gesamtgruppe arbeiten für die gemeinsamen Ziele. Das stärkt das Selbstwert- und Gemeinschaftsgefühl der Kinder.
- Im Laufe des Jahres halten sich verschiedene Handwerker und Besucher in unserem Kindergarten auf. Die Kinder lernen Kontakt zu fremden Personen aufzunehmen und sich ihnen gegenüber angemessen zu verhalten.
Interkulturelles Lernen
In unserem Haus kommen Kinder und Erwachsene aus verschiedenen Kulturen zusammen.
Interkulturelles Lernen findet somit täglich statt. Dabei ist es uns wichtig, dass sich alle in ihrer Gleichheit und Unterschiedlichkeit achten, sich jeder sicher und selbstbewusst in der Gemeinschaft bewegen und wohlfühlen kann.
Wir schenken religiös und kulturell bedingten Lebensgewohnheiten Beachtung, indem wir mit den Kindern bei vielen Gelegenheiten über Aussehen, Kleidung, Ernährung und Religion aller im Kindergarten vertretenen Nationalitäten sprechen. Wir nutzen Kind-Eltern-Befragungen, Bilderbücher und Fachliteratur, um Hintergründe zu erforschen und Neues dazuzulernen. Unser Wissen vertiefen wir beim Spielen, Singen, Bildgestalten und Kochen.
- Das tägliche Zusammentreffen als auch gezielt herbeigeführte Anlässe bieten allen am Kindergartengeschehen Beteiligten Gelegenheit aufeinander zuzugehen und sich näher kennen zu lernen.
- Eine über Jahre gewachsene Ländercollage, zu der Kinder, Eltern und Erzieherinnen Postkarten, Fotos und Bilder zusammentrugen, vermittelt einen anschaulichen Überblick und gibt immer wieder Anlass zu Gesprächen.
- Die sprachliche Bildung und Förderung der Kinder wird nicht isoliert gesehen, sondern ist eingebettet in Spielsituationen und Handlungen des pädagogischen Alltags und der Förderschwerpunkte unter Einbringung persönlicher Meinungen und Emotionen. So erfahren die Kinder, dass die eigene Betrachtungsweise wichtig, aber ein Standpunkt unter vielen Anschauungen sein kann. Das hilft ihnen, Toleranz gegenüber anderen Personen und Einstellungen zu entwickeln.
- Für die Entfaltung der Persönlichkeit des Kindes ist es wichtig, dass wir das Sprechen in der Muttersprache zulassen und unterstützen.
Die Herkunftssprache des Kindes wird zudem als eine Fähigkeit gewürdigt, die andere Kinder und die Fachkräfte nicht haben. - Die morgendliche Begrüßung findet immer wieder in den Sprachen der anwesenden Nationalitäten statt.
- Mit fremdsprachigen Liedern, Spielliedern und Reimen bereichern wir unsere pädagogischen Angebote.
- Zweisprachige Bilderbücher haben in unserer Kindergartenbibliothek ihren festen Platz.
Deutsche und ausländische Kinder spielen problemlos miteinander, da für sie nicht die Andersartigkeit im Vordergrund steht, sondern ob man mit dem anderen Kind schön spielen kann. Die Sprache ist dabei keine Hemmschwelle, da sich die Kinder am Anfang viel mit Mimik und Gestik verständigen und die ausländischen Kinder in der Regel sehr schnell die deutsche Umgangssprache lernen.
Entscheidend für die Meinungsbildung der Kinder ist das Vorbild der Erwachsenen.
Kreativität
Schöpferisch tätig sein kann das Kind in nahezu allen Spielsituationen und vielen Lernbereichen. Wir bieten den Kindern ein anregendes Spiel- und Betätigungsfeld und geben ihnen Raum und Zeit, eigene Ideen und Sichtweisen in ihren Aktivitäten zum Ausdruck zu bringen.
- An den Mal- und Basteltischen, in der Werk- und Modellierecke finden die Kinder Material, das verändert und gestaltet werden kann.
- Gesammelte Naturmaterialien verwenden die Kinder für Bastelarbeiten und als Legematerial.
- Puppen- und Rollenspiele sind ein ideales Übungsfeld, in dem die Kinder ihrer Fantasie und Kreativität freien Lauf lassen können.
- In den „Traumlandstunden“ reisen wir mit den Kindern nach ihren Vorstellungen in fiktive Länder und erträumen uns mit geschlossenen und offenen Augen die wildesten Abenteuer.
- Mit Reimen, Zungenbrechern, Quatschwörtern und –sätzen wird die Sprache zum Spielzeug. Die Kinder bekommen ein Gefühl für Laute, Worte, Sätze und haben vor allem Spaß am Sprechen. Das weckt ihre Lust an vielfältigen verbalen Äußerungen und regt die Fantasie an.
Da Kinder oft ihre eigenen Wege gehen möchten und diese zur Selbstfindung und Entwicklung ihres Selbstbewusstseins und der Selbständigkeit auch gehen müssen, stehen wir der kindlichen Kreativität nicht im Weg. Anleitungen und Problemlösungen halten wir für angebracht, wenn die Kinder sie nicht selbst finden und ihnen oder anderen Gefahr droht.
Kommunikation
Zum guten Miteinander, um ganz persönliche aber auch gemeinsame Ziele zu erreichen, gehört in erster Linie das Gespräch. Wir sprechen viel und gern mit den Kindern. So wissen wir gegenseitig, was den anderen freut, was ihn ärgert, was er erlebt hat und was er sich wünscht. Wir können Hilfe anbieten, wenn das Kind sie braucht und erhalten Hilfe, wenn wir selbst nicht weiterkommen. Wir führen spontane und geplante Einzel- und Gruppengespräche mit belanglosem sowie wichtigem und zielgerichtetem Inhalt.
Wir treten aber auch über Mimik und Gestik in Kontakt, indem wir uns freundlich anlächeln, gelegentlich beim Vorbeigehen sanft berühren oder uns ein Zeichen geben. Was zwar selten vorkommt, aber in jeder guten Beziehung auch dazugehört: wir signalisieren dem anderen "jetzt reicht es".
Das Kindergartenjahr bietet uns mit seinen alltäglichen Begebenheiten und Beschäftigungsangeboten,
wie Tisch- und Kreisspielen, Finger- und Bewegungsspielen, Rollen- und Puppenspielen, Liedern und Tänzen, Bilderbuchbetrachtungen, Geschichten und Märchen, Festen und Feiern, Exkursionen und Besuchern im Haus, ein weites Kommunikationsfeld.
- Ein umgekippter Tisch, davor eine Reihe Stühle - das Puppentheater der Kinder ist fertig. Sie holen schnell noch die Handpuppen, verteilen die Rollen und die am Basteltisch geschnittenen und bemalten Eintrittskarten. Schon sind die Kinder mitten im Kommunikationsspiel.
- Bei den "Projekten" stehen die Erzieherinnen den Kindern mit Rat und Tat zur Seite. Einzelne Kinder, Kleingruppen und Gesamtgruppe tauschen sich zur Verwirklichung der gemeinsamen Ziele aus. Fachleute unterstützen uns mit ihrem Wissen und Anschauungsmaterial. Diese Beispiele zeigen, dass die Projektarbeit von Kommunikation und Kooperation lebt.
- Die Vorfreude auf die Schule und wie die Kinder sich das alles so vorstellen, kommt in der "Schulecke", die wir mit alten Schulbänken, einer Tafel, verschiedenen Heften und Stiften im Nebenzimmer des Kindergartens eingerichtet und ausgestattet haben, zum Ausdruck.
Musik
Im Kindergarten wird täglich gesungen. Singen und musizieren macht den Kindern Freude, schult ihren Sinn für Klang, Rhythmus und Melodie und unterstützt die Spracherziehung.
Wir setzen unsere Körper als Instrumente ein, bewegen uns zur Musik und begleiten Lieder und Sprechgesänge mit Orff-Instrumenten oder selbst gebastelten Rasseln und Trommeln.
- Oft fängt ganz spontan während dem Freispiel ein Kind an zu singen und die Gruppe singt mit.
- Wir lernen Lieder zu Wochen- und Projektthemen, zu den Jahreszeiten sowie zu Festen und Feiern.
- Das gemeinsame Frühstück beginnt mit einem Lied und bei jeder Geburtstagsfeier wird gesungen, getanzt und gelacht.
- Im Herbst spielt die "Herbstkapelle" mit Musikinstrumenten aus Naturmaterial und im Sommer das "Planschbecken-Orchester" seine Wassermusik.
- In der Klanggeschichte "Auf der Wiese" öffnen Gänseblümchen und Primeln ihre Blütenköpfe, wenn sie von Triangel und Glöckchen das Signal erhalten. Im Winter lässt die Sonne zu den Klängen des Glockenspiels den Schneemann schmelzen.
- Beim „aktiven Musikhören“ begleiten die Kinder klassische Musikstücke mit Bewegung, Lauten und Musikinstrumenten. Dabei werden wiederkehrende Musikfolgen gleich dargestellt.
- Eines der Lieblingslieder unserer Kinder ist das "Hotte-Pferd", "denn da kann man so tolle Bewegungen dazu machen" (Arme überkreuzen, hüpfen und mit dem Po wackeln).
- Viele kreative Bilder entstehen beim "Malen nach Musik".
- Gerne und ausgelassen tanzen und bewegen sich die Kinder zu Stimmungsmusik; faul und entspannt genießen sie zu anderen Gelegenheiten die sanften Töne.
- In der „Klangwerkstatt“ lernten die Kinder verschiedene Rhythmen auf Bildvorlagen erkennen und in der Rhythmussprache benennen und klatschen.
- Musikalische Märchen, Erzählungen und Mitmachgeschichten lassen beim Zuhören innere Bilder entstehen.
- Beim Hören von Musik und Liedern aus anderen Kulturkreisen können die Kinder Gemeinsamkeiten sowie Neues und Fremdes entdecken.
- Wir sind umgeben von Geräuschen, Tönen und Klängen. Die Kinder entdecken Natur- und Zivilisationsgeräusche, erzeugen selbst Geräusche, nehmen Töne und Tonfolgen wahr und erforschen Gegenstände nach Klängen.
- Der Selbstbau von einfachen Musikinstrumenten ist eine spannende, schöpferische Beschäftigung und erfordert vorausschauendes, abstraktes Denken sowie handwerkliches Geschick – Rasselschweinchen aus Joghurtbechern, Schellenkränze mit Kronenkorken, Trommeln aus Blechdosen.
Bewegung
Bewegung ist Ausdruck kindlicher Lebensfreude und bietet sich als unmittelbares Medium für die ganzheitliche Entwicklungsförderung an. Darum sind wir ständig bemüht, neue Räume für Bewegung zu erschließen und vermehrt Bewegungsmöglichkeiten, die Erfahrungen mit dem Körper und mit allen Sinnen ermöglichen, auch beim spielerischen Lernen einzusetzen.
- Im Haus können die Kinder während der Freispielzeit im Mehrzweckraum Fußball oder Hockey spielen, sich in der Halle mit Fahrzeugen bewegen, Zelte mit Decken und Tüchern bauen und Rollenspiele, für die sie viel Platz benötigen, bewerkstelligen.
- Hinzu kommen "Spielstunden" für die gesamte Gruppe im Mehrzweckraum, in denen sich die Kinder ohne und mit Geräten ausspielen, zu ihrer Lieblingsmusik tanzen und springen können und in denen auch ihre selbst gewählten Gemeinschaftsspiele ihren Platz finden.
- Zur regelmäßigen angeleiteten Bewegungserziehung zählen kreative, aber auch gezielte und strukturierte Turnstunden (Rückenschule, Fußgymnastik, Übungen mit Klein- und Großgeräten) sowie die rhythmisch-musikalische Frühförderung (Laufen-Gehen-Stehen, "Wetterrondo", "Das kleine, freche Zeitungsblatt", erlebnisreiche Spielformen mit Musik, Bewegung und Sprache).
- In gewissen Zeitabständen bauen wir im Mehrzweckraum eine „Bewegungsbaustelle“ auf. Bei der Gestaltung sind die Kinder beteiligt und können ihre Spielvorlieben und –ideen einbringen.
- Bei Geschicklichkeits- und Wettspielen können die Kinder ebenso vielseitige Körpererfahrungen machen.
- Und dann gibt es noch das nahezu unerschöpfliche Spiel im Freien - im Garten, auf dem Sportplatz, auf Spielplätzen und im Wald.
- Frische Luft und Bewegung genießen die Kinder auch auf Spaziergängen und Ausflügen. Da kommt es schon mal vor, das wir im Pferdegalopp springen, einen spannenden Schleichpfad benutzen oder fünf Kniebeugen bei jedem Vorfahrt-achten-Schild machen.
- Im Rahmen unseres Projektes „Burgtage“ wanderten wir an sechs aufeinander folgenden Tagen zum Spielplatz auf dem „Trümmergelände“ (Hin- und Rückweg: ca. 3 km). Auf dem Areal konnten die Kinder bei jedem Wetter ihre Geschicklichkeit und Kräfte an der Kletterwand des Alpenvereins, in der Turbinenhalle beim „Schwertwirbel“ und auf der Bikerbahn beim Steckenpferdrennen erproben und messen.
- Sobald es die Temperaturen im Sommer zulassen, eröffnen wir die Badesaison im eigenen Pool.
Jede Gruppe hat für einen Tag in der Woche den Mehrzweckraum zur freien Verfügung. Damit die Kinder genügend Spielraum haben und wir auch individuell bei den Übungen auf die Kinder eingehen können, werden die Gruppen zu den angeleiteten Bewegungsstunden geteilt.
- Zur Bewegung gehört auch der große Bereich der Feinmotorik. Im Umgang mit Material und Werkzeugen, beim Malen, Schneiden, Kleben, Perlen fädeln, Schuhe binden, bei Übungen mit Nachfahr- und Überkreuzbewegungen, Fingerspielen und Zungengymnastik übt das Kind die Auge-Hand-Koordination, die Hand- und Mundmotorik.
Gestaltung und Kultur
Erlebnisse mit Kopf (Kognition), Herz (Emotion) und Hand (Motorik) haben in ihrer Verbindung eine Schlüsselfunktion für die Persönlichkeitsentwicklung und das derzeitige und zukünftige Lernen.
Wir bieten den Kindern ein Spiel- und Betätigungsfeld, in dem sie selbständig, selbsttätig, experimentierend und kreativ Informationen und Erfahrungen sammeln können, um ihre Umwelt und sich selbst ganzheitlich und intensiv wahrnehmen zu können.
Damit die Kinder ausdauernd mit Freude spielen können, stellen wir ihnen eine Fülle von Materialien und Werkzeugen zur Verfügung.
- In den Mal- und Bastelecken stehen den Kindern verschiedene Sorten und Größen von Papier und Pappe, Zeitschriften, Kataloge, Wolle, Stoff-, Leder- und Fellreste, Kleister und Klebstoff, Buntstifte, Wachsmalkreiden und Wasserfarben, unterschiedliche Pinsel, Gläser für Wasser und zum Farben mischen sowie Formen- und Motivstempel zur Verfügung.
- Mit weißer und farbiger Kreide können die Kinder großflächig auf den Wandtafeln malen.
- Bei der Werkbank finden die Kinder Holz in Form kleiner Baumscheiben, Bretter, Latten, Stäbe und Äste, Dübel, Nägel, Schrauben, Schleifpapiere, Holzleim, Hämmer, Feilen, Raspeln und verschiedene Zangen.
Die Werkzeugkiste müssen die Kinder bei der Erzieherin holen, damit diese weiß, dass die Kinder mit Säge und Handbohrmaschine arbeiten und ihr besonderes Augenmerk darauf richten kann. - Mit großer Hingabe modellieren die Kinder mit der selbst gemachten Bio-Knete. Diese Knetmasse ist besonders geschmeidig und lässt sich problemlos verarbeiten. Mit Kunststoffmessern, Modellierstäben, Nudelhölzern, Knoblauch- und Kunststoffpressen gestalten die Kinder Figuren, Fantasiegegenstände, Gebäck und Speisen.
Das Arbeiten und Gestalten mit unterschiedlichen Materialien bietet unterschiedliche Erlebnisse und führt zu vielfältigen Erfahrungen. Zunächst spielen die Kinder in der Erprobungsphase; nachdem sie Sicherheit gewonnen haben setzt das gezielte Gestalten ein. Insbesondere das Basteln mit Verpackungs- und Naturmaterialien und das Konstruieren von Werkstücken fördert das erfinderische und räumliche Denken sowie das gedankliche Problemlösen. Die Umwandlungsprozesse führen zu neuen Begriffsbildungen, schulen die vorausschauende Vorstellungskraft und das abstrakte Denken.
Die entstandenen Objekte können die Kinder mit nach Hause nehmen oder an Pinnwänden und auf Tischen in der Halle ausstellen. Die Wertschätzung, die ihren Gegenständen und damit ihnen zuteil wird, steigert ihr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen und bestärkt sie neue Ideen umzusetzen.
- Jahreszeiten- und themenbezogen werden die Räume in Absprache mit den Kindern dekoriert.
- Unsere kunstpädagogischen Projekte sind erlebnisorientiert aufgebaut und schulen spielerisch die sinnliche Wahrnehmung – „Kleine Entdecker auf den Spuren der Stadtgeschichte“, „Arbeiten mit Ton“, „Klangwerkstatt“, „Kunst und Farbe“.
Für die Kinder ist es immer wieder spannend, die gewohnte Umgebung des Kindergartens zu verlassen und sich in einem nicht auf sie zugeschnittenen Lebensraum zu bewegen. Mit der Kindergartengruppe kommen die Kinder an Orte und erhalten Informationen, die ihnen sonst oft nicht zugänglich wären.
- Kaufbeuren wie auch Neugablonz haben eine bewegte Geschichte, von der das Stadtbild, zahlreiche Denkmäler und Kunstwerke zeugen. Ausflüge in die Stadt, ein Abstecher ins Kunsthaus, Besuche von Museen, Bilder- und Schmuckausstellungen bieten uns viele Möglichkeiten sich mit historischer und zeitgenössischer Kunst und Kultur auseinander zusetzen sowie Gestaltungsanregungen zu sammeln.
In Rollen-, Puppen- und Theaterspielen stellen Kinder Alltagssituationen nach, greifen Stoffe aus Büchern und Medien auf und übernehmen Perspektiven Anderer. Diese Spiele sind ein ideales Übungsfeld, in dem die Kinder Verhaltensmöglichkeiten im sozialen Kontext erproben, vielseitige verbale und nonverbale Ausdruckformen einsetzen und ihrer Fantasie und Kreativität freien Lauf lassen können. Um die Spielorte herzurichten oder das notwendige Zubehör zu beschaffen wird organisiert, umfunktioniert und konstruiert.
Die Kinder sind jedes Mal begeistert, wenn das Puppentheater ins Zimmer geschoben wird und wir Erzieherinnen ein Puppen- oder Schattenspiel vorführen oder professionelle Puppen- und Theaterspieler mit ihren Vorstellungen aufwarten.
Puppenspiele - freie Puppenspiele der Kinder mit Handpuppen und „Gemüsetheater“
- selbst erdachte Puppenspiele der Fachkräfte, bei denen sich die Spieler von den Kindern leiten lassen
Mitmachtheater- „Kasper am Zebrastreifen“
Musikalische Märchen und Erzählungen
- „Nachtmusik und Zauberflöte“
Schattenspiele- freies Spiel der Kinder und gemeinsame Ratespiele
- „Sankt Martin teilt den Mantel“
- „Die Weihnachtsgeschichte“
Theater- „Es klopft bei Wanja in der Nacht“
(Aufführung der Bärengruppe nach dem gleichnamigen Bilderbuch).
Religion
Wir achten die religiöse Überzeugung und Weltanschauung, die dem Kind im Elternhaus
vermittelt wird.
Religiöse Erziehung geschieht nicht nur, wenn von Gott die Rede ist, sondern wird den Kindern hauptsächlich vermittelt in der Hinführung zur Gemeinschaftsfähigkeit. Mit Verantwortungsgefühl, Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme, Toleranz, Offenheit und Vertrauen lernen sie sich gegenseitig schätzen.
Wir nutzen die vielen Gelegenheiten mit Kindern die Schönheit und Wunder der Natur zu betrachten, versuchen ihre Fragen nach dem Woher und Wohin der Dinge zu beantworten und ihr Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt zu fördern. Christliche Feste und Feiern sind zur Wertevermittlung ebenso geeignet wie das Brauchtum anderer Religionen.
- Wir orientieren uns mit den Themen am Jahreskreis, am Kirchenjahr und an situativen Anlässen.
- Die christlichen Feste Erntedank, Sankt Martin, Nikolaus, Weihnachten und Ostern werden anschaulich mit den Kindern vorbereitet und feierlich begangen.
- Inhalte und Bräuche werden anhand von Erzählungen, Gesprächen, Liedern, Vorstellungsübungen, Körperübungen, Figuren, Legematerial, Bildgestaltungen und Bastelarbeiten erarbeitet.
- Es wird eine Balance angestrebt zwischen Beiträgen, die von der Erzieherin eingebracht werden, und dem spontanen und kreativen Tun des einzelnen Kindes.
Medien
Das Medienangebot, insbesondere die Verfügbarkeit der Medien für die Kinder in Bezug auf den eigenständigen und selbsttätigen Umgang, hat in den letzten Jahren in unserem Kindergarten stark zugenommen.
- Wir nutzen Bücher, Ton- und Bildträger zum Lernen, für die Beschaffung von Informationen, zur Kommunikation und Dokumentation. Sie dienen zudem der Klärung kindlicher Anliegen, zur Unterhaltung und als Gestaltungselement.
Medienkompetenz bedeutet bewussten, kritischen, sachgerechten, selbstbestimmten und verantwortlichen Umgang mit Medien. Die Stärkung geschieht im Wechsel von gezielter pädagogischer Unterstützung und selbsttätiger Kompetenzerweiterung der Kinder. An der Aufstellung grundsätzlicher Zu- und Umgangsregeln werden die Kinder beteiligt.
- Bilderbücher, Lexika und Vorlesebücher haben seit jeher im Freispiel und in den pädagogischen Angeboten ihren festen Platz.
- Mit Bildern und Buchstaben aus Zeitschriften und Katalogen gestalten die Kinder Collagen und Arbeitsblätter.
- In die Nebenräume können sie auf Wunsch Kassettenrekorder und CD-Player mitnehmen. In den Gruppenräumen hören wir während der Freispielzeit nur selten Musik, da wir die ständige Reizüberflutung vermeiden möchten und der Lärm einige Kinder beim Spielen ausdrücklich stört.
- Mit Kassettenrekorder und Mikrophon sowie dem Fotoapparat gehen wir auf Entdeckungsreise im Haus, in die Stadt und in die Natur.
- • Im November 2007 gewannen unsere Kinder den 1. Preis beim Quelle-Fotowettbewerb „Kinder entdecken ihre Welt“. Sie bewiesen großes Geschick bei der Auswahl der Motive und beim Umgang mit der Digitalkamera.
- Anhand der Ton- und Fotoaufnahmen dokumentieren wir Lerngeschichten, naturwissenschaftliche Experimente sowie Projektverläufe und erstellen Diareihen und einfache Multimediapräsentationen und -spiele.
- Vom Medienzentrum der Stadt Kaufbeuren leihen wir uns Bild- und Filmmaterial für die themenbezogene Erziehungs- und Bildungsarbeit aus.
- Dank Spenden von Firmen, Institutionen und Privatleuten konnten wir für die Kinder vier PC-Plätze einrichten. Mit großer Begeisterung und überraschend geschickt haben viele Kinder dieses Medium angenommen. An den mit pädagogisch und didaktisch guter Software ausgestatteten Computern können die Kinder eigeninitiativ und eigenaktiv forschend und entdeckend spielen und lernen.
Wir nutzen Medien als bereichernde Werkzeuge in Alltagshandlungen. Der Mediengebrauch gibt Anlass zu Gesprächen über Gesehenes, Gehörtes und Technik. Er fordert und fördert Eigeninitiative sowie Zusammenarbeit der Kinder und regt sie zu neuen Spielideen – auch fern der Medienwelt – an.
Medien unterstützen das entdeckende und zielgerichtete Spiel und haben damit einen sinnvollen Platz im Elementarbereich.
Spracherziehung
Die Sprache ist das wichtigste Verständigungsmittel der Menschen. Sie erleichtert uns das aufeinander Zugehen und das gemeinsame Handeln. Sie ermöglicht uns Gedanken, Gefühle, Willensregungen und Wissen zum Ausdruck zu bringen, Anweisungen zu geben und Fragen zu stellen. Sie befähigt uns aber auch Abstand zu nehmen von anderen Lebewesen und Dingen.
Kinder lernen Sprache im Umgang mit anderen Kindern und Erwachsenen, mit denen sie sich verständigen und mit denen sie in Beziehung treten möchten, sowie durch Handlungen und in Situationen, die sie interessieren. Wenn wir den Kindern das Gefühl vermitteln können, „hier bin ich willkommen - hier fühle ich mich wohl“ haben wir im Normalfall die Basis für eine gelingende Sprachförderung geschaffen.
Täglich bieten wir den Kindern viele Möglichkeiten Sprache zu erfahren und selbst anzuwenden.
- Zu Beginn es Kindergartenjahres erleichtern wir den Kindern das Einleben und die Kontaktaufnahme mit Kennenlernspielen. Dabei sprechen sie ihren Namen und die anderer Kinder, wiederholen Reihensätze und klatschen die Silben. Da Kinder von sich aus zum Sprechen kommen sollen, übernehmen wir Erzieherinnen die Sätze anfangs für die Kinder.
Keinesfalls zwingen wir sie zum Sprechen, da damit ihr Selbstbewusstsein und die Freude am Sprechen verloren gehen könnten. Auch vermeiden wir es, inkorrekte Sprachäußerungen zu kritisieren. Die Äußerungen werden stattdessen aufgenommen und sprachlich umfangreicher in korrekter Form ausgeführt.
- In spontanen und geplanten Gesprächen gehen wir auf die Interessen und Bedürfnisse der Kinder ein.
- Wir nutzen die stillen Handlungen und Tätigkeiten der Kinder zur Sprachförderung, indem wir diese sprachlich kommentieren.
- Durch aufmerksames und geduldiges Zuhören werden die Kinder animiert selbst zum Erzähler zu werden, Fragen zu stellen, Antworten zu geben oder Vorschläge zu machen. Trotz – und gerade aufgrund – mancher Sprachbarrieren lassen wir die Kinder in Ruhe ausreden. Es ist grundsätzlich wichtig, dass sie sich mitteilen möchten. Je mehr ein Kind bereit ist zu sprechen desto besser wird es ihm mit der Zeit gelingen.
- Gerne spielen Kinder Gesellschafts- und Tischspiele. Dabei benennen sie die Abbildungen auf den Karten und lernen zählen, Zahlenbegriffe und Farben.
- Ein ideales Übungsfeld bieten Rollen- und Handpuppenspiele. Beim Schlüpfen in die Rollen anderer Personen imitieren sie deren Wörter, Satzbau, Sprechtempo, Tonhöhe, Lautstärke und andere Eigenschaften. Die Identifikation mit Tieren und Fahrzeugen animiert sie zu spontanen Lautäußerungen wie „wau-wau“ oder „tatü-tatü“.
Sinneswahrnehmungen und Bewegung unterstützen die Sprachentwicklung der Kinder.
- Um beispielsweise den Begriff „weich“ richtig begreifen und anwenden zu können, machen wir den Kindern viele Angebote mit weichen Gegenständen Erfahrungen zu sammeln. Sie können im Schnee spielen, im Schlamm graben und mit Federn und Fell basteln. Daneben erhalten sie die Gelegenheit „harte“ Dinge zu spüren. Sie spielen mit Steinen, wälzen sich im Kastanienbad und bekommen festes Brot zu beißen.
- Mit Spielen für den Tastsinn und die Tiefenwahrnehmung, die akustische und optische Wahrnehmung, die Auge-Hand-Koordination, den Gleichgewichtssinn, zur Förderung der Mundmotorik und Atemtechnik, Gymnastik, Turnen und Rhythmik, Sing- und Kreisspielen, Meditations- und Stilleübungen, freiem Spiel, Toben und Ausruhen im Haus und in der Natur sowie beim Basteln und Bildgestalten werden Eigen- und Umweltwahrnehmung, die Bewegungskoordination, die Geschicklichkeit, das Reaktionsvermögen, die emotionale Stabilität und damit auch die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder verbessert.
- In der Begegnung mit dialogorientierten Bild- und Bilderbuchbetrachtungen, Erzählungen, Geschichten und Märchen, Nonsensreimen und Gedichten bilden Kinder literacy bezogene Kompetenzen, die grundlegend zur Sprachentwicklung beitragen.
- Bei Fingerspielen können die Kinder Sprache und Sprechverhalten, durch die Bewegung der Hände verstärkt, lustvoll erleben und nachahmen.
- Durch Laut- und Silbenspiele, wie sie beispielsweise mit dem „Würzburger Trainingsprogramm“ angeboten werden, können Kinder phonetisch-akustische Gegebenheiten erkennen und ein Gefühl für Sprachrhythmus entwickeln. Zudem werden bestimmte Gedächtnisleistungen und die visuelle Aufmerksamkeitssteuerung gefördert. Die Würzburger Sprachspiele sind eine gute Vorbereitung für das Lesen- und Schreibenlernen in der Schule.
- Eltern und Praktikanten bereichern unsere Literacy-Erziehung mit deutschen und fremdsprachigen Vorlesestunden.
Das Projekt „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ ermöglicht den Kindern mit modernster Medientechnologie Sprachkompetenzen zu erwerben. „Die Grundlage des Projekts bildet das pädagogische Konzept des entfaltenden, selbstbestimmten Lernens, das die natürliche Neugier der Kinder an Technik sowie Sprache und Schrift aufgreift und Fehler auf dem Weg der Erkenntnis als notwendige Ereignisse einschließt. Die Schlaumäuse-Software bietet den Kindern Gelegenheit, mit Sprache auf eine Weise zu spielen, die ihnen Spaß macht und später das Erlernen von Lesen und Schreiben erleichtern soll. Spielerisch üben die Kinder die Bedienung des Computers. Sie lernen zudem geduldig zuhören, tauschen sich mit anderen Kindern aus und helfen sich gegenseitig.“ Microsoft Deutschland entwickelte das Projekt in Zusammenarbeit mit UNICEF, dem Modellprogramm „Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten“ des Bundesfamilienministeriums und dem Cornelsen Verlag.
Viele Kinder in unserem Kindergarten erlernen Deutsch als Zweitsprache.
Zusätzlich zum Spiel in der Gruppe übt eine eigens für diese Aufgabe vom Gruppendienst freigestellte Erzieherin mit den Kindern spielerisch die deutsche Sprache. Unser Hauptaugenmerk liegt auch hier auf dem ganzheitlichen Ansatz. Je nach Wissensstand sind die Kinder auf vier Fördergruppen verteilt. Gezielt und regelmäßig beobachten wir die Sprachentwicklung der Kinder anhand des „Sismik“-Beobachtungsverfahrens.
Aufgrund einer Elterninitiative wird den Kindern seit Oktober 2003, jeweils am Donnerstagnachmittag, der Einstieg in die englische Sprache mit einer Englischlehrerin ermöglicht. Zur Entscheidungsfindung können Eltern und Kinder zu Beginn des Kindergartenjahres an einer Schnupperstunde teilnehmen.
Spielerisch und mit vielseitigen begleitenden Aktivitäten lernen die Kinder gebräuchliche Redewendungen, Reime, Lieder, Farben, Zahlen, Tiernamen u.v.m.. Der Spaß steht bei unserem Englischangebot im Mittelpunkt des Lernens.
Zur diagnostischen Abklärung und Behandlung von Sprachstörungen empfehlen wir den Eltern mit ihren Kindern einen Arzt oder Logopäden aufzusuchen.
Umwelt und Natur
Umweltbildung und -erziehung bezieht sich auf den natürlichen Lebensraum der Kinder, ihre Begegnung und das Zusammenleben mit Menschen, Tieren und Pflanzen sowie die Beobachtung und Auseinandersetzung mit Dingen und Vorgängen.
Die Kinder begreifen ihre Umwelt, wenn wir ihnen die Möglichkeit und die Zeit geben sich mit ihr auseinander zu setzen. In Alltagshandlungen und im Alltagsgeschehen machen sie vielfältige Erfahrungen und üben Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie lernen ihre Umwelt schätzen, erkennen ökologische Zusammenhänge und übernehmen zunehmend Verantwortung für sich, ihr Handeln und die Umwelt.
- Unsere Kinder beschäftigen sich mit vorgefertigten Spielsachen und Dingen des täglichen Gebrauchs.
- Durch ihr Mitwirken bei Arbeiten in Haus und Garten üben sie den Umgang mit Gegenständen und Geräten.
- Beim Basteln und Bildgestalten wird die Handhabung unterschiedlicher Werkstoffe und Werkzeuge zur wichtigen Erfahrung.
- Einkäufe mit den Kindern in Fachgeschäften, Großmärkten und auf dem Wochenmarkt stehen im Vorfeld zahlreicher Aktivitäten.
- Die Kinder lieben es vor allem, im Freien zu spielen. Die Natur bietet eine Fülle von Anregungen, Spielplätzen und Materialien, die ihre Fantasie und Kreativität beflügeln, ihre körperliche und geistige Beweglichkeit fördern und ihnen Einblick in elementare Sachverhalte geben.
- Im Frühjahr putzen die Kinder der Bären- und Löwengruppe ihre selbst angelegten Beete. Sie nehmen Umgestaltungen und Neubepflanzungen vor, mühen sich mit Unkrautzupfen und Gießen begeistert ihre Pflanzen. Im Sommer und Herbst freuen sie sich über die Ernte von Beeren, Gemüse und Schnittblumen. Im Winter ruht die Gartenarbeit.
- Bei Spaziergängen und Exkursionen beobachten wir spontan und gezielt unsere Umwelt.
- Häufig sammeln wir Naturmaterialien und nehmen sie zum Betrachten unter dem Mikroskop mit nach Hause. Offene Fragen geben Anlass zu gemeinsamen Recherchen in Büchern und im Internet.
- Wer schon als Kind anfängt verantwortungsvoll und umweltbewusst zu handeln, wird das auch im späteren Leben zum Schutz der eigenen Gesundheit und der Umwelt übernehmen und anwenden. Im Kindergartenalltag lernen die Kinder mit ökologisch problematischen Materialien (Klebstoff, Spülmittel) so sparsam wie möglich umzugehen, unnötige Abfälle zu vermeiden und den Müll zu trennen. Anschaulich erklären wir ihnen den Kreislauf des Wassers und die Bedeutung des Wassers für das Leben.
- Bei zahlreichen Gelegenheiten können die Kinder sehen, dass Tiere Empfindungen haben, die sie durch entsprechendes Verhalten äußern. Wir sprechen auch darüber, dass bei der Tierhaltung nicht immer die eigenen Interessen der Menschen im Vordergrund stehen dürfen, sondern Verzicht und Rücksichtnahme gefordert sind.
- Durch die Einbeziehung von Eltern mit spezifischem Wissen und Fachleuten werden unsere Angebote attraktiv ergänzt – eine Exkursion zum Wertstoffhof, in eine Backstube, zur Feuerwehr oder auf den Bauernhof, die Kartoffelernte auf Feldern umliegender Gemeinden, ein Waldspaziergang mit dem Förster, ein Besuch des Imkers im Kindergarten, Verkehrserziehung mit dem Polizisten.
- Naturwissenschaften und Technik:
Das selbsttätige Erforschen ist die Voraussetzung für das Verstehen und Begreifen auf der kognitiven Ebene.
Mit den gemeinsamen angeleiteten Experimenten möchten wir die Ideen der Kinder mit ihnen weiterentwickeln, neue Versuchsanordnungen vorstellen, Erfahrungen vertiefen und Gesetzmäßigkeiten übertragen. Den Kindern unbekannte Begriffe, wie „Dichte“ und „Schwingung“ veranschaulichen wir, indem wir sie in Bewegung oder akustisch umsetzen.
In der Freispielzeit bekommen sie Materialien für selbständige Versuche angeboten. Dadurch können sie die Experimente wiederholen und bei einer Tätigkeit, die sie besonders interessiert, verweilen. Sie können diese aber auch abwandeln oder eigene Ideen mit selbst herbeigeholten Gegenständen verwirklichen.
Die Erzieherin beobachtet aufmerksam die experimentierenden Kinder und gibt Hilfestellung, wenn sie danach fragen oder nicht mehr weiter wissen.
Beobachtungen, Entwicklungsschritte, „Fehltritte“ und Lösungsideen dokumentieren die Kinder anhand gemalter Bilder und Fotos. - Weltraumtage vom 7. bis 11. Mai 2007 – ein mit den Kindern gewachsenes Projekt:
Die Kinder der Löwengruppe und alle an dem Thema interessierten Kinder der anderen Gruppen trafen sich täglich zum „Raketenstart um 9.00 Uhr“ im Mehrzweckraum. Mit Anschauungsmaterial, Experimenten, Bewegungsspielen und –geschichten begab sich durchschnittlich eine Gruppe von 40 Kindern mit einer Erzieherin auf die spannende „Entdeckungsreise zu den inneren Planeten unseres Sonnensystems, dem Asteroidengürtel und den äußeren Planeten, auf die Milchstraße und zum Mond“. Zurück auf der Erde sprachen sie über Atmosphäre, Ozonschicht, Treibhauseffekt und Klimaschutz und erforschten wissbegierig die Entstehung von Tag und Nacht und das Phänomen der Jahreszeiten.
Gesundheit
Allgemeine Maßnahmen zur Körperpflege und Hygiene, wie das Händewaschen vor dem Essen und nach dem Toilettengang, den Essplatz sauber verlassen, Teller und Trinkbecher nach Gebrauch waschen und abtrocknen und das Zähneputzen, gehören zum täglichen Standart.
Zu Beginn des Kindergartenjahres ist viel Zeit notwendig, um die Kinder mit dem Ablauf der Mahlzeiten, dem Aufsuchen und Spülen der Toilette, dem An- und Ausziehen von Kleidung und Schuhen sowie anderen alltäglichen Begebenheiten vertraut zu machen. Damit wird das Grundmuster für die gesamte Kindergartenzeit und das spätere Verhalten gelegt.
Beim Wechsel der Jahreszeiten lernen die Kinder im Spiel die richtige Kleiderauswahl, bei Spaziergängen weisen wir sie auf giftige Pflanzen hin und beim Baden cremen wir sie zum Schutz vor der Sonne ein.
Mit unseren Präventionsprogrammen "Gesunde Ernährung und Bewegung hält den Körper fit", "Richtiges Verhalten zur Verhütung von Krankheiten und Unfällen", "Erste Hilfe" und "Schutz vor Missbrauch und Abhängigkeit" möchten wir die Kinder nicht belehren und ihnen keinesfalls Angst machen. Sie sollen im Spiel und durch unser Vorbild Verhaltensweisen lernen, die ihre persönliche Freiheit vergrößern.
Die vielen Informationen werden den Kindern praktisch und spielerisch vermittelt, wobei sie selbst Erfahrungen machen können, dass Gesundheit körperliches, emotionales und soziales Wohlbefinden schafft.
Sonstiges
Schulvorbereitung
Schulfähig ist das Kind, wenn es körperlich, kognitiv, sozial und emotional soweit entwickelt ist, dass es den Anforderungen der Schule gewachsen ist. Bedeutsam sind in diesem Zusammenhang auch Basiskompetenzen wie Selbstwahrnehmung, Motivation, Kommunikations- und Problemlösefähigkeit, Frustrationstoleranz und Stressbewältigung.
Das lässt sich nicht durch ein Lernprogramm binnen eines Jahres erreichen, sondern ist das Ergebnis der vielen Erfahrungen, die das Kind im Laufe seiner Entwicklung macht.
Während seiner gesamten Kindergartenzeit wird das Kind ganzheitlich gefördert. Unter Berücksichtigung des individuellen Entwicklungsstandes gehen wir auf seine Spiel- und Lernbedürfnisse ein. Wir schaffen ein anregendes Umfeld mit vielfältigen Erfahrungs- und Handlungsmöglichkeiten, in dem es spielen und lernen möchte, neugierig bleibt, eigene Entdeckungen machen und Ideen verwirklichen kann. In angenehmer Atmosphäre erhält es eine partnerschaftliche Entwicklungsbegleitung.
Im täglichen Umgang lernt das Kind soziale Verhaltensweisen, gemeinsame Spielplanung und Zusammenarbeit. Es entwickelt Selbständigkeit, Selbstregelung, Bewegungskoordination, intellektuelle sowie kreative Fähigkeiten und gewinnt Selbstvertrauen.
Memory und andere Zuordnungsspiele sind gut für das Gedächtnistraining; gemeinsam gespielt verlangen sie Rücksichtnahme und Kameradschaft.
Die Kinder flechten mit Papierstreifen, weben kleine Wollteppiche, verzieren Bildkarten mit einfachen Stickstichen und verbessern damit ihre Feinmotorik. An Montessori-Rahmen üben sie Schuhbänder einfädeln und Schleife binden, Knöpfe, Häkchen und Reißverschlüsse auf- und zumachen. Regelmäßig arbeiten sie an ihren Faltheften und lernen spielerisch die geometrischen Grundformen kennen.
Anhand von Arbeitsblättern, ordnen die Kinder beispielsweise Gegenstände nach verschiedenen Merkmalen und versuchen logische Reihen und Handlungsabläufe sinnentsprechend fortzuführen. Dazu verwenden sie mathematische Grundbegriffe wie groß und klein, eckig und rund.
Im „Zahlenland“ lernen sie Mengen bis „6“ sicher zu erfassen. Mit den Sprachspielen im „Würzburger Trainingsprogramm" wird die Sprachkompetenz der Kinder verbessert.
Unmerklich vollbringen sie Konzentrations- und Ausdauerleistungen.
Mit der Vorschulerziehung möchten wir dem Kind Vertrauen in seine Fähigkeiten geben und Vorfreude auf die Schule vermitteln. Denn ein altersgemäß entwickeltes Kind, das sich auf die Schule freut, schafft den Übergang.
Auf Entdeckungsreise in die Welt der Mathematik
Auch in diesem Jahr möchten wir wieder allen Kindern zeigen, wie unglaublich spannend, lustig und interessant die Welt der Zahlen ist.
Spiel- und Experimentierecken mit einem ansprechenden Materialangebot und verschiedenen Messwerkzeugen inspirieren die Kinder Gegenstände zu erforschen, Objekte zu klassifizieren, Ähnlichkeiten und Unterschiede festzustellen, Gegenstände paarweise zu ordnen, Muster zu legen, Anordnungen zu erkennen, räumliche Verhältnisse zu verstehen und Zeiträume zu erfahren. Dabei verwenden die Kinder Begriffe wie mehr als, weniger als und gleich viel, groß und klein, lang und kurz, rund und eckig.
Unsere Lernarrangements orientieren sich an den gemachten Erfahrungen der Kinder und ihrer Neugier. Die Förderung der mathematischen Kompetenz findet in kleinen altersentsprechenden Einheiten statt, unter der Einbeziehung aller Sinne und zahlreicher Bewegungsangebote. Gemeinsam diskutieren wir über die Erkenntnisse der Kinder, finden Gesetzmäßigkeiten heraus und erkennen logische Wiederholungen, wenn wir Vergleiche anstellen. Entwicklungsangemessen, anschaulich und selbsthandelnd lernen die Kinder mit Zahlen, Mengen und geometrischen Formen umzugehen.
Unsere Kinder lieben die „Ausflüge ins Zahlenland“, „weil es da immer so spannend und interessant ist“. Die Angebote am Beispiel der Zahl 1 zeigen den großen Handlungsspielraum.
- Fantasiegeschichte und Malen mit Wasserfarben:
“Die 1 wohnt in einem Häuschen mit einer Tür und einem Fenster ...“ - die 1 mit Teppichfliesen legen, die 1 mit dem Pezziball nachrollen, mit dem Rollbrett auf jede Teppichfliese einen Gegenstand bringen
- einen „Zahlengarten“ für die 1 anlegen
- Tischspiel mit Zahlen- und Motivkärtchen:
“In der Zahlenreihe steht vor der 1 die 0 und nach der 1 die 2.“ - Tastübung:
In einem Säckchen sind drei Gegenstände. Zwei sind gleich, einer anders. Nehme den Gegenstand heraus, den du nur ein Mal fühlst. - Backen:
eine 1 aus Blätterteig, verziert mit Smarties - von jeder Farbe nur eins.
Mit dem ganzheitlichen Ansatz gelingt es außerordentlich gut, Kindern die Grundlagen der Mathematik näher zu bringen.