Grußwort und Jahresrückblick von Oberbürgermeister Stefan Bosse 2011

Oberbürgermeister Stefan Bosse
Oberbürgermeister Stefan Bosse

Liebe Bürgerinnen,
liebe Bürger,

eingestimmt vom Kaufbeurer Weihnachtszauber mit Weihnachtsmärkten, Adventskalender am Rathaus und von Jahr zu Jahr mehr Lichterketten in der Altstadt können wir uns auf das bevorstehende Weihnachtsfest freuen. Die festlichen Tage und die Zeit zwischen den Jahren sollten wir nutzen, ein wenig inne zu halten. Blicken wir auf die Geschehnisse des vergangenen Jahres: Das Jahr hatte, wie es der natürliche Lauf ist, Höhen und Tiefen für jeden von uns. Für Ihre persönliche Bilanz wünsche ich Ihnen, dass Ihre glücklichen Momente überwogen und die weniger schönen Augenblicke vielleicht noch etwas Lehrreiches für das kommende Jahr in sich trugen.

Und nicht zuletzt möchte ich an dieser Stelle Danke sagen: Mein herzlicher Dank gilt allen, die in den letzten zwölf Monaten mitgewirkt haben an der Gestaltung unserer Stadt - den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, den mit der Stadt eng verbundenen örtlichen Unternehmen, den Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat sowie allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich engagieren, die in Vereinen aktiv sind und sich konstruktiv einbringen in unsere Gesellschaft.

Das Jahr 2011 war geprägt vom so genannten Arabischen Frühling, der Schuldenkrise in der Euro-Zone und einer prosperierenden Wirtschaft in Deutschland. Erfreulicherweise boomt auch die Wirtschaft in Kaufbeuren. Einige Neubauvorhaben in unseren Gewerbegebieten, Investitionen in bestehenden Unternehmen und die niedrigste Arbeitslosenzahl seit über einem Jahrzehnt belegen dies.

Investitionen in Kaufbeuren im Jahr 2011
Das derzeit größte städtische Einzelprojekt ist der Neubau des Stadtmuseums. 1879 gegründet und damit eines der ältesten Museen in Schwaben war es für seine damalige Zeit stilbildend. An diesen Glanz können wir künftig wieder anknüpfen. Mit Zuschusszusagen aus Städtebauförderungsmitteln, des Entschädigungsfonds, des Kulturfonds, der Bayer. Landesstiftung, der Landesstelle für Museen und der Sparkassenstiftung, sowie der großen Unterstützung des Freundeskreises, wuchs der Neubau in diesem Jahr im Kaisergäßchen in die Höhe. Mit einem Projektvolumen von knapp 8 Mio. € für Baukosten und Ausstattung wird das Museum im Herzen der Kaufbeurer Altstadt neu erblühen.
Sowohl die südliche als auch die nördliche Altstadt erhalten derzeit neue Akzente. Die Sparkasse Kaufbeuren bietet im Jahr 2012 ein neues hochmodernes Parkerlebnis den Kunden der Altstadt zur Nutzung an, mit der raschen Neuerrichtung an Stelle des bisherigen Parkhauses Süd. Am Rande der nördlichen Altstadt entsteht mit dem Modepark Röther ein Handelsmagnet, der Kaufkraft in Kaufbeuren bindet und unser Marktgebiet vergrößert.
Auch die Neugestaltung der Neugablonzer Mitte schreitet voran. Pünktlich zum Bürgerfest konnte der umgestaltete Neue Markt im Juni der Öffentlichkeit übergeben werden. Ein moderner Stadtplatz ist entstanden. Stadtrat und Verwaltung waren stets bemüht allen Interessen an diesem zentralen Platz in ausgewogenem Maße gerecht zu werden.
Ebenfalls im Stadtteil Neugablonz wurde das neue Jugendzentrum „Fun Factory“ eingeweiht. Ein moderner Bau mit Holzoptik, der unserer Jugend sicherlich viel Raum zur Entfaltung bietet.
Alle Bauabschnitte zum 2+1-Ausbau der Bundesstraße 12 sind nun zwischen der A 96 und Kaufbeuren fertig gestellt. Die Kapazität und Sicherheit der Straße wurde aus meiner Sicht deutlich erhöht. Nach wie vor muss das Ziel der autobahnähnliche Ausbau der B 12 sein.

Maßnahmen der Stadt Kaufbeuren im kommenden Jahr
Mit der Arbeitsaufnahme des Jobcenters in Trägerschaft der Stadt Kaufbeuren im ehemaligen Sanitätsdepot wird die Konversion dieser Bundeswehrfläche im Stadtteil Neugablonz einen großen Schritt vorankommen.
Für die kommenden Jahre und vielleicht Jahrzehnte wird uns die Konversion des Fliegerhorstes Kaufbeuren vor enorme Herausforderungen stellen. Die Schließungsentscheidung bedeutet für die Stadt und unsere Region einen nahezu beispiellosen Einschnitt. Kaufbeuren verliert seinen mit Abstand größten Arbeitgeber und einen maßgeblichen Identitätsfaktor. Mein Mitgefühl gilt zuallererst den unmittelbar betroffenen Soldaten sowie Zivilbeschäftigten und ich bin dankbar für jeden Tag, an dem die TSLw 1 ihren Auftrag in Kaufbeuren weiter erfüllt. Aber es gilt nun auch Strategien für die Zukunft des Fliegerhorstareals und der gesamten Stadt zu entwickeln. Kaufbeuren kann diese Herausforderung nur mit Unterstützung von Bund und Freistaat bewältigen. Wir werden uns hier vor Ort aber nicht passiv in unser Schicksal ergeben, sondern aktiv den Prozess gestalten und auch eindringlich konkrete Forderungen an die Verantwortlichen im Land und im Bund richten. Dies werden wir fortsetzten, bis wir die nötigen Hilfen auch tatsächlich erhalten.

Wir gestalten die Zukunft von Kaufbeuren für die Jahre 2010 bis 2014 mit einem Investitionsprogramm in Höhe von rund 94 Mio. Euro aus dem städtischen Haushalt. Alleine im Baubereich ist davon ein Maßnahmenvolumen von 58,5 Mio. Euro angesiedelt. Die Stadt Kaufbeuren wird damit weiterhin ihrem Anspruch gerecht, bei solider Finanzplanung wichtige Impulse für die Stadtentwicklung zu setzen.

Ein enormes Thema ist Bildung in allen Facetten und Altersstufen. Wir unternehmen große und gerechtfertigte Anstrengungen im Bereich der Kinderbetreuungseinrichtungen der vorhandenen Schulen. Mit dem Bildungsportal Allgäu und örtlicher Bildungsberatung, die sowohl für private als auch unternehmerische Beratung offen steht, hat Kaufbeuren ein echtes Leuchtturmprojekt auf den Weg gebracht.

Dazu passt auch das Kaufbeurer Lernfest am Samstag, 19. Mai 2012, das die Familienbeauftragte der Stadt Kaufbeuren, Lernen vor Ort und die Volkshochschule Kaufbeuren e. V. in Kooperation mit der Europäischen Metropolregion München veranstalten. Das 1. Kaufbeurer Lernfest findet auf dem Areal der Jörg-Lederer-Mittelschule und dem Jakob-Brucker-Gymnasium mit angrenzendem Sportgelände unter dem Motto: "Gemeinsam Bildung erleben, erfahren und Lernen" statt. Das Lernfest Kaufbeuren 2012 hat zwei große Ziele: Zum einen will es die Menschen auf eine interessante Art und Weise für das Thema „Lernen macht Spaß“ begeistern und zum anderen Kaufbeuren als Bildungs- und Zukunftsstandort  vorstellen. Die Themen Nachwuchsgewinnung und -sicherung von Fachkräften sowie berufliche Aus-, Weiter- und Fortbildung stehen im Mittelpunkt des Lernfestes.

In Zusammenarbeit mit Bildungsinstitutionen, Hochschulen, Wirtschaftsunternehmen, Verbänden, Vereinen, privaten Bildungsanbietern sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen möchten wir alle Besucherinnen und Besucher für das ständige Lernen im Lebenslauf begeistern.

Im Rahmen des Technologienetzwerks Allgäu erhält Kaufbeuren eine forschende Einrichtung der Hochschule Kempten: Ein weiterer Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit der örtlichen Wirtschaft. Die dauerhafte Etablierung der Hochschule für Öffentliche Verwaltung und Rechtspflege über das Jahr 2020 hinaus in Kaufbeuren ist ebenfalls ein erklärtes Ziel meiner Arbeit.

An dieser Stelle möchte ich auch einmal mehr den Beschäftigten des Kommunalunternehmens Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren danken. Sie leisten täglich eine engagierte und hochkarätige Arbeit. Die nachhaltige Gesundung der Klinikstruktur für eine gedeiliche Zukunft des Unternehmens ist unverzichtbar.

Die Aufgaben für 2012 sind somit vielfältig und anspruchsvoll und ich freue mich auf jeden einzelnen Schritt mit Ihnen, um Kaufbeuren auch für die Zukunft zu wappnen.

Gesellschaftliche Ereignisse
Der Kaufbeurer Veranstaltungskalender, den es übrigens auf der städtischen Homepage auch online gibt, war -im sich nun dem Ende neigenden Jahr- wieder reich gefüllt mit schönen Veranstaltungen für alle Geschmäcker.

Ein durchweg gelungener Abend war die diesjährige Kulturpreisverleihung im Kaufbeurer Stadttheater. Laudator Dr. Edmund Stoiber würdigte Preisträger Wolfgang Krebs als einen hervorragenden Botschafter für seine Heimatstadt Kaufbeuren und kam nicht umhin sich von einer ungewohnt selbstironischen und heiteren Seite zu zeigen.

Sehr erfolgreich war die Neuauflage der Zusammenarbeit mit Antenne Bayern im Rahmen der Kaiser-Max-Party 2011. Trotz unsicherer Wetterlage kamen 7.500 Besucher auf den Tänzelfestplatz und wurden belohnt mit dem Bühnenprogramm der Partyprofis von Antenne Bayern und bester Stimmung. Da hatte auch Petrus ein Einsehen und so blieb es nach drei Wochen gefühltem Dauerregen doch den ganzen Tag über trocken.

Auf jeden Fall gibt es wieder viel zu tun im Neuen Jahr! Ich darf Sie daher alle weiter um Ihre Unterstützung bitten. Und ich möchte nochmals Danke sagen für haupt- und ehrenamtliches Engagement, für aktive Mitarbeit und konstruktive Kritik.

Ich wünsche uns allen ruhige und besinnliche Feiertage im Kreise unserer Lieben und dass wir alle zusammen gut ins Neue Jahr kommen!


Ihr
 
Stefan Bosse
Oberbürgermeister