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Detail aus dem Diurnale (Gebetbuch mit Tagesgebeten) 
des Irseer Abts Sebastian Staiger, um 1554  (Foto: Staats- und Stadtbibliothek Augsburg)

Detail aus dem Diurnale (Gebetbuch mit Tagesgebeten) des Irseer Abts Sebastian Staiger, um 1554 (Foto: Staats- und Stadtbibliothek Augsburg)

Freitag, 2. November 2018

Von Bücherschätzen und gelehrten Mönchen

Die Bibliothek Kloster Irsee in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Das Stadtmuseum Kaufbeuren präsentiert vom 09.11.2018-10.02.2019 zum ersten Mal überhaupt eine Auswahl von kostbaren Handschriften und Drucken aus der Bibliothek des ehemaligen Benediktinerreichsstifts Irsee, ergänzt durch eine Äbtegalerie, liturgische Gewänder und Geräte und andere Objekte aus dem Kloster.

Die Bibliothek Kloster Irsee

Die Bibliothek, die fast zwei Jahrhunderte lang aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit völlig verschwunden war, kann dank eines vorbereitenden Forschungsprojekts jetzt in Kaufbeuren – ganz in der Nähe ihres ursprünglichen Standorts – wieder sichtbar und erlebbar gemacht werden. Während das Kloster in den ersten Jahrhunderten nach seiner Gründung 1182 eher regional orientiert war, entwickelte es sich nach dem Neubau von Kirche und Konventsgebäuden Anfang des 18. Jahrhunderts zu einer bedeutenden Stätte der Katholischen Aufklärung mit europaweiten Verbindungen. Dies spiegelt sich auch in der Bibliothek wider, für die nun Werke aus ganz Europa, vorzugsweise Pariser Drucke, beschafft wurden.

Die Auflösung der Bibliothek vor 200 Jahren

Vor 200 Jahren, im Herbst 1818, bereisten zwei Augsburger Bibliothekare u. a. das aufgelöste Kloster Irsee bei Kaufbeuren, das bereits 1802 vom Kurfürstentum (seit 1806: Königreich) Bayern in Besitz genommen worden war. Die beiden Bibliothekare hatten den Auftrag, die für die damalige Vereinigte Königliche Kreis- und Stadtbibliothek Augsburg brauchbaren Bücher auszuwählen. Aus Irsee nahmen sie sieben ihnen besonders wichtig erscheinende Werke sofort mit; erst 1821 und 1833 fanden zwei große Transporte nach Augsburg statt. Die zurückgebliebenen Bücher wurden in Papiermühlen eingestampft oder gelangten trotz Verbots in private Hände. Mit der Eingliederung der nach Augsburg gebrachten Bücher in den dort schon vorhandenen Bestand endete die Geschichte der Irseer Bibliothek. Nach dem Umbau des früheren Bibliothekssaals, dessen Einrichtung als Brennholz verkauft wurde, erinnerte auch in Irsee nichts mehr an die einstige Klosterbibliothek.

Über die Ausstellung

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Schwäbischen Bildungszentrums Irsee, der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg und des Stadtmuseums Kaufbeuren. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Begleitband im Quaternio Verlag Luzern. Durch die Ausstellung führt ein Kinderpfad, zu dem auch eine Mit-mach-Station zählt. Hier sind Kinder und Familien eingeladen, die Buchherstellung im Mittelalter aktiv kennen zu lernen. Rund um die Sonderausstellung bietet das Stadtmuseum ein abwechslungsreiches Programm, darunter auch Familienführungen für Kinder. Weitere Informationen unter www.stadtmuseum-kaufbeuren.de

Kontakt

Stadt Kaufbeuren

Stadtmuseum

Frau Weber

Kaisergäßchen 12-14
87600 Kaufbeuren

Telefon:
08341/966839-11

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