Artikel Übersicht

Oberbürgermeister Stefan Bosse

Oberbürgermeister Stefan Bosse

Montag, 16. Dezember 2019

Jahresrückblick 2019 von Oberbürgermeister Stefan Bosse

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in der Adventszeit kommt mir ein Zitat der amerikanischen Schriftstellerin Edna Ferber immer wieder in den Sinn: „Weihnachten ist keine Jahreszeit. Es ist ein Gefühl.“ Denn zum Jahresende geht es stets um die großen und kleinen Gefühle der Besinnlichkeit, des Feierns und des Zurückblickens. Für mich persönlich steht in diesem Jahr das Gefühl der Dankbarkeit im Vordergrund. Ich bin dankbar für ein Jahr voller positiver Überraschungen und Menschen – sowohl im beruflichen als auch im privaten Sinne – die mich unterstützt haben.

Ich bin dankbar für die Menschen, die sich in Kaufbeuren ehrenamtlich engagieren und so unsere Gesellschaft bereichern. In diesem Jahr ging der Ehrenring der Stadt Kaufbeuren an den humedica-Gründer Wolfgang Groß. Die hochgeschätzte Hilfsorganisation leistet weltweit humanitäre und medizinische Hilfe, tausende Tonnen Hilfsgüter wurden bisher in Katastrophen-, Kriegs- und Notstandsgebiete versandt. Die Verleihung dieser besond eren Auszeichnung war ein wichtiger Akt, denn sie würdigt die Verdienste eines so engagierten Mitbürgers. Ich bin dankbar, humedica hier bei uns in Kaufbeuren zu haben. Die Organisation erinnert uns alle immer wieder daran, dass es nicht allen so gut geht wie uns hier in Deutschland. Auch die Aktion „Geschenk mit Herz“, deren Weihnachtspäckchenpartnerstadt wir 2019 sind, lässt uns gemeinsam als Stadt an einem Strang ziehen um Anderen zu helfen.

Nicht zuletzt bin ich dankbar für 15 Jahre im Amt des Oberbürgermeisters mit vielen Höhen aber auch Tiefen. Am 1. November durfte ich dieses Jubiläum feiern, und es erfüllt mich mit großem Stolz, dass die Bürgerinnen und Bürger ihr Vertrauen über einen so langen Zeitraum in mich setzen. Ich hoffe, dass auch Sie voller Dankbarkeit auf das Jahr 2019 zurück blicken können. In den vergangenen 15 Jahren haben wir gemeinsam hart für das Ziel gearbeitet, die Stadt Kaufbeuren besser zu positionieren und mehr Lebensqualität für uns alle zu schaffen. Auch im Jahr 2019 können wir den einen oder anderen Meilenstein verzeichnen.

Die Bundeswehr bleibt
Seit Juli diesen Jahres ist sicher: Der Bundeswehrstandort Kaufbeuren bleibt erhalten – wenn gleich in einer abgewandelten Form. Das ist für mich mit die beste Nachricht des Jahres. Die Erleichterung über den Standorterhalt ist allgegenwärtig zu spüren. Zwar wird die Luftwaffe voraussichtlich abgezogen, aber wir können uns auf das neue Sanitätsregiment freuen. Zusätzliche Arbeitsplätze sollen in Kaufbeuren angesiedelt werden. Im Jahr 2011 hätte ich davon nicht zu träumen gewagt und freue mich auf die positiven Auswirkungen, die die Erweiterung des Standortes mit sich bringen wird.

Kaufbeuren ist Aufsteigerregion
Die Aufwärtsbewegung unserer Stadt, die ich schon lange spüre, wurde nun auch im Prognos Zukunftsatlas 2019 wissenschaftlich bestätigt. Die Stadt Kaufbeuren zählt zu den drei stärksten Aufsteigerregionen in ganz Deutschland. Das ist eine Leistung und kommt nicht von ungefähr: Die Arbeitslosenquote ist deutlich zurückgegangen, die Bevölkerung gewachsen, die Verschuldung unserer Stadt ist niedrig und das bei einem sehr hohen Investitionsvolumen von rund 105 Millionen Euro bis zum Jahr 2022. Gerade beim Abbau von Arbeitslosigkeit liegen wir in den vergangenen drei Jahren deutschlandweit auf Platz 9. Das ist eine unglaublich gute Platzierung. Natürlich kämpfen wir weiterhin um die Ansiedlung neuer Betriebe durch Ausweisung weiterer Gewerbeflächen und eine aktive Wirtschaftsförderung. Dass auch HAWE Hyrdraulik weitere 130 Arbeitsplätze nach Kaufbeuren verlagert, lässt mich mehr als zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Klimafreundlich unterwegs
Umweltverträgliche Mobilität wird eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre. Beim öffentlichen Nahverkehr wollen wir noch besser werden. Mitte des Jahres haben wir die Preise für das Erwachsenenabo um bis zu 33 Prozent gesenkt. Der finanzielle Aspekt entfaltet seine Wirkung: Schon zehn Prozent mehr Abos als in den Jahren zuvor wurden seit der Einführung der neuen Tarife abgeschlossen. Seit September rollt auch der neue und kostenfreie Citybus durch unsere Altstadt. Die Erfahrungen mit diesem kostenlosen Mobilitätsangebot geben uns wichtige Hinweise zum Ausbau der Mobilität in den nächsten Jahren. Große Hoffnungen setze ich auch auf das „HyStarter“ Projekt: In den nächsten zwei Jahren wird untersucht, welche Potentiale Wasserstoff in der Erzeugung und Verwendung hat. Unter 138 Bewerbungen wurden wir gemeinsam mit dem Ostallgäu und der Gemeinde Fuchstal als Modellregion ausgewählt. Ein weiteres großes Projekt, das uns in den nächsten Jahren beschäftigen wird, ist ein gesamtstädtisches Rad- und Fußverkehrskonzept für Kaufbeuren und die umliegenden Gemeinden. Ziel ist ein geschlossenes und flächendeckendes Netz. Nur wer sich als Fußgänger und Radfahrer sicher fortbewegen kann, wird das Auto auch Zuhause stehen lassen. Unter Hochdruck wird für alle Bürgerinnen und Bürger gemeinsam an diesem Ziel gearbeitet. Ich hoffe, dass immer mehr Menschen genau wie ich das Radfahren auf kurzen Strecken für sich entdecken.

Mehr Bäume für Kaufbeuren
Auch 2019 haben wir mit Unterstützung von Dr. Greifenhagen neue Blühwiesen angelegt um die Biodiversität zu erhalten. Natürlich wird es im nächsten Jahr weitere Flächen geben, die wir dem Naturschutz widmen. Vor allem entlang von Verkehrsachsen und Wasserläufen sollen Biotope vernetzt und so vergrößert werden. Der Bauhof lässt außerdem vermehrt Blühstreifen im öffentlichen Raum ungemäht um unserer Natur mehr Raum zu lassen. Die Bürgerinnen und Bürger werden ab 2020 noch aktiver in den Umweltschutz einbringen: Die neue Naturschutzwacht tritt ihren Dienst an, die ein wachsames Auge auf schützenswerte Pflanzen, Tiere und Biotope haben wird. Wie sehr auch Ihnen dieses Thema am Herzen liegt, haben die vielen Bewerbungen potenzieller Naturschutzwächter gezeigt. Direkt in der Innenstadt wurde etwas für Insekten und Vögel getan: Unsere Bepflanzung am Rathaus und in den Blumenpyramiden ist bienenfreundlich. Die Beleuchtung öffentlicher Gebäude schaltet sich seit diesem Sommer automatisch um spätestens 23 Uhr aus, und einige Straßenbeleuchtungen leuchten mittels Bewegungsmelder nur noch bedarfsgerecht. Aus unterschiedlichen Gründen müssen wir immer wieder ältere Bäume fällen. Es war mein Wunsch, dass mehr Bäume gepflanzt als gefällt werden. 261 neue Bäume wurden 2019 vom städtischen Bauhof gepflanzt und Sie waren auch nicht untätig: Unsere Setzling-Verschenk-Aktion im November wurde so gut angenommen, dass wir uns für das kommende Jahr weitere Förderprogramme überlegen werden.

Unser Service wächst
Seit Juli können Sie auf allen parkscheinpflichtigen Parkplätzen der Stadt mit der Easypark-App Ihre Parkgebühr begleichen – das wurde von Beginn an gut angenommen. Für 2020 können Sie sich auf zwei weitere Serviceangebote freuen: Zum einen haben wir unsere Störungsmelde-App ausgebaut, sodass beispielsweise bei Vandalismus ein direkter und schneller Kontakt über die App zum Bauhof hergestellt wird. Zum anderen kann ich Ihnen die neue Abfall-App empfehlen, die Sie via Handy an die Müllabfuhrtermine erinnern wird. Natürlich wollen wir als Stadtverwaltung und ich als Oberbürgermeister persönlich für Sie da sein: Wir haben die Anzahl von Sprechstunden und Bürgerversammlungen gesteigert. Das Bürgerbüro als auch das Bürgerzentrum in Neugablonz bieten noch mehr Service, und ich freue mich schon jetzt wieder auf meine 24-Stunden Sprechstunde mit nachhaltigen Begegnungen. Ein besonderes Highlight war für mich diesen Herbst das „Haus der Demokratie“. Dort bin ich mit vielen Bürgerinnen und Bürgern bei Veranstaltungen und Aktionen direkt ins Gespräch gekommen. Insgesamt konnten wir über Kaufbeuren-aktiv die Aktionen wie das Haus der Demokratie ins Leben rufen und über die letzten Jahre hinweg mehr als zehn Millionen Euro Fördergelder in unsere Stadt holen. Diesen Trend möchte ich unbedingt fortsetzen um auch unsere beiden Innenstädte lebendig zu gestalten. Ein heiß diskutiertes Thema sind die Leerstände in der Altstadt: Durch Maßnahmen wie den Gründerwettbewerb versuchen wir konsequent diese Lücken zu füllen. Unsere Flächenmanagerin arbeitet mit Hochdruck daran, neue Unternehmen und Ladengeschäfte in Kaufbeuren anzusiedeln. Große Teile der Altstadt wurden schon saniert und unsere Bemühungen die Innenstadt so attraktiv wie möglich zu gestalten sind noch längst nicht abgeschlossen. Durch die Anbringung von Regen- und Sonnensegeln soll das Einkaufen zukünftig auch bei schlechtem Wetter angenehmer werden. Auf meiner Liste stehen noch viele Projekte: Es soll ein Förderprogramm für die Umnutzung ehemaliger Handelsflächen geben. Auch könnte ich mir eine Kinderbetreuung während des Einkaufs vorstellen.

Das bringt 2020 mit sich
2020 feiert die Feuerwehr den Umzug in ihre neuen Gebäude an der Neugablonzer Straße. Damit wird eines unserer Großbauprojekte abgeschlossen. Im Frühjahr sind Sie herzlich eingeladen den Neubau zu besichtigen. Derzeit prüfen wir, wie unser nächstes Bauprojekt für Ihre Freizeitgestaltung aussehen könnte: Eine Sauna für das Kaufbeurer Hallenbad soll es sein. Auch die Stadtverwaltung erhält ein „neues Gewand“: Vielleicht haben Sie schon hier und da den neuen Stil entdeckt. Leuchtendes Gelb und Orange auf Plakaten, in Flyern und Anzeigen wird unsere neue Marke.  Für unsere Musikschule steht im nächsten Jahr das 100jährige Jubiläum an. Hier dürfen Sie sich auf über 30 Veranstaltungen aus dem musikalischen Bereich freuen. Auch das Projekt „Gesunde Kommune“ nimmt sichtbar Fahrt auf: 2020 erwarten Sie viele kostenlose Veranstaltungen und Aktionen rund um den gesunden Lebensstil. Lassen Sie sich überraschen! Im nächsten Jahr ist einiges geboten, und ich würde mich freuen, wenn Sie unsere unzähligen Veranstaltungsangebote annehmen. Ich blicke voll froher Erwartung in das nächste Jahr um unsere Stadt erneut ein wenig besser zu machen.

Nun wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Liebsten und ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2020.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Stefan Bosse