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Die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig, sollen im Alltag an die Opfer des NS-Regimes erinnern. Foto: Karin Richert

Die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig, sollen im Alltag an die Opfer des NS-Regimes erinnern. Foto: Karin Richert

  • Die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig, sollen im Alltag an die Opfer des NS-Regimes erinnern. Foto: Karin Richert
  • Foto: Karin Richert

Freitag, 11. September 2020

Erstmals „Stolpersteine“ in Kaufbeuren

Verlegung mit Künstler Gunter Demnig am 26.09.2020

Am Samstag, den 26. September 2020, ab 9.00 Uhr werden erstmals „Stolpersteine“ für die Opfer des Nationalsozialismus in Kaufbeuren verlegt. Bei der Veranstaltung werden drei Kaufbeurer Männer und eine Frau gewürdigt, die während der NS-Zeit ums Leben kamen. Die Verlegung findet an verschiedenen Orten in der Innenstadt statt und wird durch den Künstler Gunter Demnig, dem Gründer des Erinnerungsprojekts, durchgeführt.

Gedenken im öffentlichen Raum: Über die Stolpersteine

Das Projekt „Stolpersteine“ wird seit dem Jahr 2000 durch den Künstler Gunter Demnig und dessen „Stiftung - Spuren – Gunter Demnig“ europaweit durchgeführt. Inzwischen sind mehr als 70.000 Steine an rund 1.200 Orten in Deutschland sowie weiteren Orten in rund 23 Ländern in Europa verlegt worden. Gunter Demnig erinnert an verschiedene Opfergruppen der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort oder Arbeitsort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt.

Am Vorabend der Veranstaltung, am Freitag, den 25.09.2020, um 19.00 Uhr, lädt das Stadtmuseum zu einem Vortrag des Künstlers Gunter Demnig ein. Die Veranstaltung findet in der Schauburg, Ganghoferstraße 6 statt, der Eintritt ist frei. Um telefonische Voranmeldung wird gebeten unter 08341/966 83 90.

Erinnerungskultur in Kaufbeuren

Angestoßen durch die Sonderausstellung „Kaufbeuren unterm Hakenkreuz. Eine Stadt geht auf Spurensuche“ beschloss der Stadtrat am 2. Dezember 2019 die Verlegung der „Stolpersteine“. Weitere „Stolperstein-Verlegungen“ sollen folgen – beispielsweise können weitere Biographien in Schul- oder Jugendprojekten recherchiert werden. Als digitale Erweiterung der Stolpersteine plant das Stadtmuseum gemeinsam mit dem Förderprogramm „Demokratie Leben!“ eine App, die in einem Stadtrundgang vertiefende Informationen zu den jeweiligen Biographien liefern soll. Die Inhalte für die App sollen in Rahmen von mehreren öffentlichen Workshops gemeinsam mit Jugendlichen erarbeitet werden.

Programm

Die Verlegung der „Stolpersteine“ findet an vier verschiedenen Orten in der Innenstadt Kaufbeurens statt. Die Steine werden am letzten, frei gewählten Wohnort oder der Arbeitsadresse der jeweiligen Personen verlegt. An jedem Verlegungsort stellen verschiedene Beteiligte die Biographie der Opfer vor. Die musikalische Begleitung der Veranstaltung übernehmen Astrid Bauer & Tiny Schmauch und die Kulturwerkstatt.

  • 9.00 - 9.30 Uhr        Schmiedgasse 2, Stolperstein Ernst Buxbaum (1897-1940), jüdischer Kaufmann
  • 9.40 - 10.00 Uhr      Neue Gasse 28, Stolperstein Stefan Smiglarski (1924-1943), polnischer Zwangsarbeiter
  • 10.10 - 10.30 Uhr    Ledergasse 11, Stolperstein Georg Riedel (1897-1938), politischer Widerstand
  • 10.45 – 11.05 Uhr    Espachstraße 17, Stolperstein Marie Espermüller (1893-1941), Opfer der NS-„Euthanasie“

Die angegebenen Uhrzeiten sind grobe Schätzungen, die Verlegung eines Stolpersteins benötigt ca. 20 Minuten, zusätzlich wurden bei der Planung auch die Fußwege zwischen den Verlegungsorten berücksichtigt. Während der Veranstaltung gilt die Maskenpflicht. Des Weiteren wird um Einhaltung der Abstände gebeten. Alle Teilnehmer der Veranstaltung müssen sich zu Beginn der Veranstaltung namentlich registrieren.

Kontakt

Stadtmuseum

Stadtmuseum

Frau Weber
Kaisergäßchen 12-14
87600 Kaufbeuren

Telefon:
08341/966839-11

Stv. Leitung Abteilung Kultur, Leitung Stadtmuseum, Museumsverwaltung, Museumspädagogik, Sonderausstellungen
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