Bildnachweis: Evangelist Johannes von Adam Krumpper (Foto: Emanuel Gronau) sowie Porträt von Georg Petel, dem berühmtesten Vertreter der „Weilheimer Schule“, Kopie nach einem Original vom flämischen Maler Antonys van Dyck, 1599 (Foto: Stadtmuseum Weilheim)
Montag, 15. Juni 2026
Die Weilheimer Schule und der Beginn der bayerischen Barockskulptur
26. Juni 2026 – 31. Januar 2027
Von Ende Juni 2026 bis Ende Januar 2027 ist im Stadtmuseum Kaufbeuren eine Kooperation mit dem Stadtmuseum Weilheim zu sehen. Die Ausstellung „Himmel, Holz & Heilige“ präsentiert Skulpturen aus Werkstätten der sogenannten Weilheimer Schule, aus der berühmte Bildhauer des bayerischen Frühbarocks hervorgingen.
Weilheim als Zentrum der süddeutschen Bildhauerkunst
Die bayerische Stadt Weilheim entwickelte sich ab dem späten 16. Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum der süddeutschen Bildhauerkunst. Die dort ansässigen Werkstätten und ihre Künstler werden unter dem Begriff der „Weilheimer Schule“ zusammengefasst.
Begünstigt durch die Lage der Stadt, die Nähe zu München und Augsburg sowie durch zahlreiche Klöster und Kirchen als Auftraggeber, entstanden in Weilheim leistungsfähige Werkstätten, die auch umfangreiche Ausstattungen ganzer Kirchen realisieren konnten.
Italienische und niederländische Einflüsse
Die Weilheimer Bildhauer übertrugen eine am Münchner Hof geprägte, von italienischen und niederländischen Einflüssen bestimmte Formensprache auf die Holzbildhauerei und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung des Frühbarocks in Süddeutschland.
Die Nachfrage wurde insbesondere durch die Gegenreformation gefördert, die auf eine Vermittlung von Glaubensinhalten über Kunstwerke setzte.
Zu den bedeutendsten Werkstätten zählten jene von Adam Krumpper, Hans Degler und Bartholomäus Steinle. Weitere wichtige Vertreter der Weilheimer Schule sind Hans Krumpper, Christoph Angermair und Georg Petel, die teils am Münchner Hof tätig waren oder eigene Werkstätten etwa in Augsburg gründeten.
Über ihre Schüler verbreitete sich der Stil der Weilheimer Schule weit über die Region hinaus.
Skulpturen werden lebendig
Das Stadtmuseum Weilheim befindet sich derzeit in einer Phase der Neukonzeption und Modernisierung. Im Zuge der Ausstellung „Himmel, Holz & Heilige“ werden im Stadtmuseum Kaufbeuren die moderne Ausstellungsgestaltung sowie die mediale Vermittlung der wertvollen frühbarocken Skulpturen für die neue Dauerausstellung erprobt.
Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, anhand mobiler Medienstationen mehr über die Werkstätten und die ausgestellten Skulpturen zu erfahren. Anhand von kurzen Videos, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt wurden, erwachen die frühbarocken Figuren zum Leben.
Ein Vermittlungsangebot für Kinder und Familien in der Ausstellung sowie ein reichhaltiges Begleitprogramm für Jung und Alt ermöglichen eine lebendige Auseinandersetzung mit der Epoche des Barock.
BEGLEITPROGRAMM
Führungen
Samstagsführungen, 15 Uhr
Sonntagsführungen, 11 Uhr
Termine für Gruppenführungen – Feiern im Stadtmuseum
Veranstaltungen
„Der Holzvulkan“, Lesung mit Hans Pleschinski, Literaturfestival Allgäu-Schwaben
„Auf den Spuren von Georg Petel“, Museumsfahrt nach Augsburg
„Barock macht Schule!“, Vortrag mit Dr. Tobias Güthner (Leiter Stadtmuseum Weilheim)
Zeichnen im Stadtmuseum, Workshop mit Marina Lo Ré,
„Jetzt erst recht!“, Kostümvortrag zur Mode des Barocks mit Annkathrin Selthofer
„Barocke Lebenslust – eine Reise durch die Musik des Barock“, Matinee-Konzert
Angebote für Kinder und Familien
Ferien-Atelier im August und September
„Nachts im …Stadtmuseum“, Taschenlampenführung durch „Himmel, Holz & Heilige“
Kreativangebot am Buß- und Bettag in Kooperation mit querKUNST
„Himmel, Holz & Heilige – kids“, kurzweilige Führung für Kinder mit erwachsener Begleitung
„Warten auf’s Christkind“, Museumswerkstatt am Wochenende vor Weihnachten
Angebote für Kindergärten und Schulen
Kleine Barock-Entdecker!
Große Barock-Entdecker!
Weiterführende Schulen
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Stadtmuseum
Frau Weber Kaisergäßchen 12-1487600 Kaufbeuren
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