v.l.n.r.: Museumsleiterin Petra Weber mit den Schenkern vor der neu gestalteten Vitrine (v.l.n.r. Museumsleiterin Petra Weber, Christine Schießler, Helmut Schießler, Elfriede Ebner. Foto: Stadtmuseum Kaufbeuren
Montag, 3. August 2026
Im Frühjahr 2026 erhielt das Stadtmuseum Kaufbeuren die Schenkung eines Lappenbeils aus der Bronzezeit. Das Stück befand sich im Nachlass der Familie Schießler, und war etwa Mitte der 1980er Jahre bei Bauarbeiten im Stadtteil „Im Haken“ gefunden worden.
Schöne Ergänzung für die Kaufbeurer Sammlung
Nach Rücksprache mit dem Archäologen Dr. Marcus Simm nahm das Stadtmuseum das Stück gerne in die Sammlung des Stadtmuseums auf. „Auch wenn solche Stücke nicht so selten sind, ist dieses Lappenbeil eine schöne Ergänzung für den Standort Kaufbeuren. Es belegt vorgeschichtliche Siedlungsspuren rund um die Wertachschleife, auf der Flur ‚Im Haken‘. Die Wertach bot eine verkehrsgünstige Lage und war lange Zeit ein wichtiger Handelsweg. Nicht selten werden in Flussläufen Waffen gefunden, es handelt sich dabei oft um Opfergaben.‘“, so der Archäologe Marcus Simm. Bevor die Familie Schießler das Lappenbeil dem Stadtmuseum übergab, übermittelte sie den Fundort und Fotos des Objekts an das Landesamt für Denkmalpflege. Im Anschluss konnte das Lappenbeil per Schenkungsvertrag offiziell in den Bestand des Stadtmuseums Kaufbeuren aufgenommen werden.
Zwischen Haifischzahn und Münzschatz
Die Dauerausstellung des Stadtmuseums gibt einen knappen Überblick über die Vor- und Frühgeschichte Kaufbeurens mittels einer größeren Vitrine im ersten Stock, die unterschiedliche Funde, von der Eiszeit bis in die frühe Neuzeit zeigt. Unter anderem werden ein Haifisch- und ein Mammutzahn ausgestellt, aber auch der Münzschatz von Bickenried aus der Zeit König Konradins (Mitte des 13. Jahrhunderts), der insgesamt 269 Brakteaten, also Pfennige aus Silber, umfasst. Das bronzene Lappenbeil wird gemeinsam mit einer Replik einer jungsteinzeitlichen Knaufhammeraxt und einem Schwert aus der mittleren Bronzezeit präsentiert. Museumsleiterin Petra Weber freut sich über den Neuzugang und dankte der Familie Schießler für die Schenkung mit einem Glas Museumshonig und Freikarten für das Stadtmuseum.
Über das Lappenbeil
Das Lappenbeil erhielt seinen Namen durch seine besondere Form, die es ermöglicht, einen hölzernen Schaft darin zu befestigen. Die seitlich angebrachten Flügel oder Lappen bildeten eine Weiterentwicklung der bisherigen Flachklingen dar, da sie einen besseren Halt der Klinge am Schaft ermöglichten. Das Kaufbeurer Exemplar stammt aus der mittleren bis späten Bronzezeit, die von 1.500 bis 950 vor Christus andauerte.
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