Dr. Tobias Güthner, bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Himmel, Holz & Heilige im Juni 2026. Foto: Stadtmuseum Kaufbeuren
Montag, 14. September 2026
Am Mittwoch, 23.09.2026, um 19 Uhr, laden der Heimatverein und das Stadtmuseum Kaufbeuren zum Vortrag mit Dr. Tobias Güthner in die Kolping-Akademie (Adolph-Kolping-Str. 2a) ein. Unter dem Titel „Barock macht Schule!“ beleuchtet er die Bildhauer der „Weilheimer Schule“. Ausgewählte Stücke dieser Künstler sind derzeit in der Sonderausstellung „Himmel, Holz und Heilige. Die Weilheimer Schule und der Beginn der bayerischen Barockskulptur“ im Stadtmuseum Kaufbeuren zu sehen.
Weilheim als Zentrum der süddeutschen Bildhauerkunst
Die bayerische Stadt Weilheim entwickelte sich ab dem späten 16. Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum der süddeutschen Bildhauerkunst. Die dort ansässigen Werkstätten und ihre Künstler werden unter dem Begriff der „Weilheimer Schule“ zusammengefasst. Begünstigt durch die Lage der Stadt, die Nähe zu München und Augsburg sowie durch zahlreiche Klöster und Kirchen als Auftraggeber, entstanden in Weilheim leistungsfähige Werkstätten, die auch umfangreiche Ausstattungen ganzer Kirchen realisieren konnten.
Georg Petel, der „deutsche Michelangelo“
Zu den bedeutendsten Werkstätten zählten jene von Adam Krumpper, Hans Degler und Bartholomäus Steinle. Weitere wichtige Vertreter der Weilheimer Schule sind Hans Krumpper, Christoph Angermair und Georg Petel, die teils am Münchner Hof tätig waren oder eigene Werkstätten etwa in Augsburg gründeten. Über ihre Schüler verbreitete sich der Stil der Weilheimer Schule weit über die Region hinaus. Georg Petel wurde sogar als „deutscher Michelangelo“ gefeiert.
Zum Referenten
Dr. Tobias Güthner ist in Kaufbeuren aufgewachsen. Nach einem Studium der Alten Geschichte, klassischen Archäologie und Kunstgeschichte in Regensburg, München und Rom war er Mitarbeiter an der Bibliotheca Hertziana (Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom). Im Anschluss promovierte er in Kunstgeschichte an der LMU München zum Thema „Florentiner Kaufleute und Bankiers in Rom. Auftraggeberschaft und Repräsentation im 15. und 16. Jahrhundert.“ 2008 bis 2010 absolvierte Dr. Tobias Güthner ein Volontariat im Stadtmuseum Kaufbeuren, wo er die Neukonzeption des Hauses unter der Leitung von Astrid Pellengahr begleitete. Seit 2010 leitet er das Stadtmuseum Weilheim, das sich derzeit in einem Prozess des Umbaus und der Modernisierung befindet. Im Zuge der Ausstellung „Himmel, Holz & Heilige“ werden im Stadtmuseum Kaufbeuren die moderne Ausstellungsgestaltung sowie die mediale Vermittlung der wertvollen frühbarocken Skulpturen für die neue Dauerausstellung erprobt.
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