Ganghofer Standorte

Im Münchner Gärtnerplatztheater wurde Ganghofers „Der Herrgottschnitzer von Ammergau“ 1880 uraufgeführt. © Staatstheater am Gärtnerplatz, Bernd Eberle

4 München

1875-1880

ю Wehrdienst, Studienzeit, beruflicher Aufstieg
Δ Staatstheater am Gärtnerplatz

Durch die forstdienstliche Versetzung des Vaters von Ludwig Ganghofer an das königlich.-bayerische Staatsministerium der Finanzen zum 1. Januar 1875 verlagerte sich der Hauptwohnsitz der Familie von Würzburg in die bayerische Landeshauptstadt. Ganghofer konnte seinen in Würzburg begonnenen Wehrdienst in München fortsetzen und beendete hier im Oktober 1875 seine Militärzeit, während der er an Typhus erkrankt war. In dieser Zeit durfte er als Begleiter seines Vaters, der sich als Forstrat oft auf Inspektionsreisen ins Alpenland begeben musste, die „erste Liebe“ zu den Bergen erfahren

Im Herbst 1875 begann Ludwig Ganghofers Erst-Studium am Polytechnikum von München. 1878 wechselte er jedoch zur Studienkombination Literaturgeschichte, Philosophie und Physik. Hier reiften seine Absichten, sich auch schriftstellerisch zu betätigen. Er begann, Zeitungsartikel zu schreiben, er gab Nachhilfe und lernte in München bereits die Größen des Zeitgeistes im ausgehenden 19. Jahrhundert kennen. Da sich Vater August als hoher Beamter ständig in der Nähe von Vertretern des Königshauses, der Politik, der Kultur und Wissenschaft in Bayern aufhielt, fand damit natürlich auch der Student Ludwig Ganghofer Zugang zu diesen Kreisen.

Über die Studienorte Berlin, Halle und Leipzig ab 1878 kehrte der promovierte Ludwig Ganghofer Ende 1879 wieder nach München zurück. Hier entstanden die konkreten Voraussetzungen für den späteren Lebensweg und traten auf der Bühne des Gärtnerplatztheaters eindrucksvoll in Erscheinung: Hans Neuert, der Chef des Gärtnerplatztheaters redigierte Ludwig Ganghofers „Der Herrgottschnitzer von Ammergau“, der dort am 11. März 1880 eine erfolgreiche Uraufführung feiern konnte.

In München umgab sich Ludwig Ganghofer fortan mit den gesellschaftlichen Kreisen, die wegbereitend und wegbegleitend werden sollten. Ludwig Ganghofer war - noch nicht einmal 25 Jahre alt – plötzlich ein deutschlandweit bekannter Theater-Autor. Er fand Aufnahme in die Kreise der großen Dichter wie Henrik Ibsen, Paul Heyse oder Hermann Lingg, der bedeutenden Schauspieler wie Joseph Kainz, Konrad Dreher oder Richard Alexander oder der Malerfürsten wie Friedrich von Kaulbach, Franz von Defregger oder Wilhelm Leibl – allesamt Männer, die zeitlebens mit Ludwig Ganghofer befreundet bleiben sollten.

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