Stadtgeschichte / Stadtteile

Kemnat

Das Wappen ist ebenso wie das Hirschzeller Wappen gespalten; vorne schräg geteilt von Rot und Silber, hinten ein silberner Zinnenturm auf grünem Dreiberg in Rot.

Das Wappen wurde in dieser Gestalt am 20.09.1950 der Gemeinde verliehen und erinnert in der vorderen Hälfte an das Gründungsgeschlecht der Kemnater, während Turm und Dreiberg Burghügel und Bergfried symbolisieren.

Der mächtige und auch wegen seiner Lage imponierende Bergfried, genannt Römerturm und die älteste erhaltene Königsurkunde in deutscher Sprache sind beides Zeugnisse einer Vergangenheit, in der Kemnat eine andere Rolle spielte, als dies heute der Fall ist.

Um 1185 begannen Volkmar und Markward von Apfeltrang als Dienstmannen der Markgrafen von Ronsberg mit dem Bau der Burg. Der Bau einer solchen Burg war eine gezielte Aktion der staufischen Reichslandpolitik und gleichzeitig Demonstration des königlichen Willens. Die Gründung und Bau der Burg Kemnat war ein sichtbares Zeichen, den Herrschaftsbereich der Ronsberger zu festigen.

Die Kemnater Lehensleute waren die zuverlässigsten, die der Markgraf Heinrich I. von Ronsberg hatte, und man darf nicht vergessen, dass nur wenige Kilometer entfernt die Kaufbeurer sich anschickten, ihre Stadt zu ummauern. Als die Ronsberger 1212 ausgestorben waren, erlangten die Kemnater unter Volkmar II. den geschichtlichen Höhepunkt. Nach dem Tode Volkmars II. um 1283 erlosch auch bald sein Geschlecht.

Als 1802 Bayern Besitzer der Burg wurde, verkaufte man 1804 die Burg für 4.000 Gulden auf Abbruch, so dass nur noch Bergfried, Amtshaus und Brunnen übrig blieben.

1972 entschlossen sich die Kemnater für die Eingemeindung nach Kaufbeuren.

1984 kaufte dann Kaufbeuren den Bergfried vom Historischen Verein für Schwaben und ließ Turm und Amtshaus renovieren. 1985 beging man die 800-Jahr-Feier der Burg Kemnat.