Stadtgeschichte / Stadtteile

Foto: Stadtmuseum Kaufbeuren

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Kaufbeuren im Nationalsozialismus

Stadtmuseum Kaufbeuren

Neukonzeption Stadtmuseum

2013 wurde das Stadtmuseum Kaufbeuren nach einer Neukonzeption und einem Umbau wiedereröffnet. Eine kleine Abteilung der Dauerausstellung (ca. 40m²) widmet sich der jüngeren Vergangenheit, was auf die geringen Bestände zu dieser Zeit in der Sammlung zurückzuführen war.

Zur Konzeption dieses Bereichs wurden schon bald nach der Wiedereröffnung kritische Stimmen geäußert. Das Stadtmuseum reagierte darauf, indem es 2015 eine Podiumsdiskussion mit Experten durchführte und anschließend ein Gutachten in Auftrag gab, das die Kritik bestätigte und Lösungsvorschläge machte. 

Anstelle einer sofortigen Überarbeitung der Abteilung entschieden sich die Mitglieder des Kulturausschusses im Herbst 2017 für den Vorschlag der Leiterin des Stadtmuseums Kaufbeuren, Petra Weber, eine Sonderausstellung zur NS-Zeit in Kaufbeuren zu machen, die als Grundlage für eine mögliche Umgestaltung der Dauerausstellung in der Zukunft dienen sollte.

Partizipative Projekte

Im Frühjahr 2018 wurde ein Sammlungsaufruf zu Objekten und Geschichten aus dem Nationalsozialismus durchgeführt. Im Rahmen eines partizipativen Projekts mit dem Titel „Kaufbeuren unterm Hakenkreuz. Eine Stadt geht auf Spurensuche“ (gefördert von der Kulturstiftung des Bundes) erarbeitete das Museum von Oktober 2018 bis Oktober 2019 mit der Unterstützung von 10 Projektpartnern aus der Stadtgesellschaft eine Sonderausstellung mit umfangreichem Begleitprogramm, die vom 1. November 2019 bis zum 22. August 2020 zu sehen war.

In der Nachfolge zur Sonderausstellung entstanden eine Reihe von Projekten zum Nationalsozialismus: Die Verlegung von Stolpersteinen in der Kaufbeurer Altstadt im September 2020, ein Gedenkbuch für die Opfer der NS-„Euthanasie“ aus Kaufbeuren sowie ein Zeitzeugen-Projekt (aufgrund der Corona-Pandemie derzeit stillgelegt).

Des Weiteren beschloss der Kulturausschuss im November 2020 die Überarbeitung der Dauerausstellung im Rahmen eines Stufenplans innerhalb der nächsten Jahre vorzunehmen.

Auf der Homepage des Stadtmuseums gibt ein » Projektblog ausführliche Einblicke in die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.

 

BKH Historisches Archiv

Das Historische Archiv des Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren verfügt über einen außergewöhnlichen Bestand: die Kranken- und Verwaltungsakten seit Gründung der beiden Häuser: Kreisirrenanstalt Irsee 1849 und Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren 1876 – darunter auch die Krankenakten der Patienten und Patientinnen, die im Rahmen der „dezentralen“ NS-„Euthanasie“ in der Anstalt durch eine Überdosis Medikamente, Nahrungsentzug oder Vernachlässigung ermordet wurden.

Die Benutzung der Archivalien ist für wissenschaftliche (Universitäten, Schulen) aber auch für private Zwecke (Anfragen von Angehörigen) möglich.

Kontakt:

» Bezirkskliniken Schwaben, Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren / Historisches Archiv, Dr. Petra Schweizer-Martinschek, Kemnater Straße 16, 87600 Kaufbeuren, Telefon 08341/72-1016, historisches.archiv@bkh-kaufbeuren.de 

 

Schwäbisches Bildungszentrum Irsee

Das Gedenken an die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Irsee wird seit Eröffnung des Schwäbischen Bildungszentrums vor 40 Jahren aktiv wachgehalten:

1981 errichtete der Bezirk Schwaben auf dem ehem. Patientenfriedhof in Irsee ein Denkmal zu Ehren der Opfer der Patientenmorde. Mitte der 1990er Jahre wurde der Sektionsraum „Prosektur“ als authentischer Ort des Verbrechens entdeckt und zur Gedenkstätte gewidmet. 2009 und 2015 wurden vor dem Gebäude STOLPERSTEINE gesetzt. Darüber hinaus findet seit 2010 jährlich am Allerheiligentag die Gedenkveranstaltung „Lichter gegen das Vergessen“ unter Beteiligung von Angehörigen statt.

Begleitend hierzu nimmt sich die Schriftenreihe IMPULSE des Bildungswerks des Bayerischen Bezirketags der Aufarbeitung dieses schmerzhaftesten Kapitels von Kloster Irsee an:

Die Edition „Geistlicher Quellen“ zu den NS-Krankenmorden, die Herausgabe des „Irseer Totenbuchs“, das Verzeichnis der Irseer Anstaltsgräber und Forschungen zum Augsburger Strafprozess über die NS-„Euthanasie“ in Kaufbeuren-Irsee seien beispielhaft genannt.

Aktuell sind seitens des Schwäbischen Bildungszentrums die inhaltliche wie gestalterische Überarbeitung der Gedenkstätte Prosektur, die Einrichtung eines Informationsraums zur Psychiatriegeschichte von Kloster Irsee sowie eine Informationsstele im Außenbereich in Arbeit.

Hinzuweisen ist auch auf:

Kontakt:

Dr. Stefan Raueiser, Klosterring 7, 87660 Irsee, www.kloster-irsee.de

 

 

 

Kontakt

Stadtmuseum

Stadtmuseum

Frau Weber
Kaisergäßchen 12-14
87600 Kaufbeuren

Telefon:
08341/966839-11

Stv. Leitung Abteilung Kultur, Leitung Stadtmuseum, Museumsverwaltung, Museumspädagogik, Sonderausstellungen
E-Mail senden Internetseite